Schleswig-Holstein startet Schuljahr mit Masken und Tests

20.07.2021 In zwei Wochen startet das neue Schuljahr im Norden. Angesichts wieder steigender Corona-Zahlen ist die Verunsicherung groß. Zunächst gehören weiter Masken und Tests in die Schultasche.

Ein Mund-Nasen-Schutz liegt auf dem Tisch einer Schülerin. Foto: Uli Deck/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Masken gegen eine Corona-Ansteckung werden auch zu Beginn des neuen Schuljahres das Bild in schleswig-holsteinischen Schulen bestimmen. Die Pflicht, in Innenräumen einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, bleibt bestehen. Außerdem muss sich, wer nicht geimpft oder genesen ist, weiterhin zweimal wöchentlich testen, wie das Bildungsministerium am Dienstag in Kiel mitteilte. Diese Regelung gilt für die ersten drei Wochen des Schuljahres. Aufgehoben wird dagegen die Maskenpflicht im Außenbereich. Die Kohortenregelung wird nicht mehr angewendet - damit können Kinder zum Beispiel die Pause wieder gemeinsam auf dem Schulhof verbringen.

Scharfe Kritik kam vom Landeselternbeirat der Gemeinschaftsschulen. Angesichts der Reiserückkehrer, der erwarteten vierten Corona-Infektionswelle und Expertenwarnungen seien die Entscheidungen verantwortungslos, teilte der Vorsitzende Thorsten Muschinski mit. Es werde mit der Gesundheit der Schüler gespielt. «Ein derartiges Verhalten ist untragbar und scharf zu verurteilen.» Muschinski monierte auch, dass es keine Rücksprache mit dem Landeselternbeirat gegeben habe.

Aus Sicht von Bildungsministerin Karin Prien (CDU) sind die Startchancen für das neue Schuljahr deutlich besser als im vergangenen Jahr. Allerdings sei das Infektionsgeschehen auch mit Blick auf die Delta-Variante weiterhin sehr dynamisch. Prien verwies auf die Regelungen für Ein- und Rückreisende aus ausländischen Risikogebieten. «Es ist von großer Bedeutung für die Schulgemeinschaft, dass jede Einzelne und jeder Einzelne die geltenden Quarantäne-Vorgaben gewissenhaft einhält.»

Die Ministerin appellierte an Lehrer, Schulbeschäftigte und Schüler über 18 Jahren, sich impfen zu lassen. Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren sollten nach ärztlicher Beratung und sorgfältiger Risikoabwägung die Möglichkeit zur Impfung nutzen.

Der bildungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag, Martin Habersaat, kritisierte, dass die Startbedingungen an den Schulen vom Zufall abhingen. Einzelne Schulen hätten Impfaktionen für ältere Schüler organisiert, andere nicht. Luftfilter gebe es dort, wo Schulträger sich gekümmert hätten. «Die Ministerin hat lange versucht, das Thema auszusitzen und wertvolle Zeit verschenkt.» Die Lehrkräfte seien noch immer nicht mit Dienst-Laptops ausgestattet. «Das ist zu wenig», befand Habersaat.

Aus Sicht der Landesschülervertretung ist das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung eine Last, die zum Schutz anderer Menschen in Kauf genommen werden könne. Bei steigenden Inzidenzwerten sollte getestet werden, teilte der Landesschülersprecher der Gymnasien in Schleswig-Holstein, Ben Fricke, mit. Im Falle geringer Inzidenzen sollte darauf verzichtet werden. Auch bei einer vierten Welle sollte es möglichst viel Präsenzunterricht geben.

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