Infizierter Reiserückkehrer: 130 Menschen in Quarantäne

16.07.2021 Die Urlaubszeit erhöht das Risiko eines erneuten Anstiegs beim Corona-Infektionsgeschehen. Zwar gibt es Tests. Die sind aber kein verlässlicher Freifahrtsschein, wie ein Fall in Hamburg jetzt belegt.

Ein Arzt hält einen Tupfer, mit dem ein Abstrich für einen Coronatest gemacht wird. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Wegen eines zwar negativ getesteten, aber corona-infizierten Reiserückkehrers aus Spanien müssen rund 130 Besucher zweier Lokale in Hamburg-St. Georg in Quarantäne. Die Person habe die Bars in der Langen Reihe nach ihrer Rückkehr aus dem Urlaub am vergangenen Sonnabend besucht, sagte der Sprecher der Sozialbehörde, Martin Helfrich, am Freitag. Sie sei zwar nach Ende der Reise negativ getestet worden, hatte sich aber offensichtlich im Urlaub infiziert.

«Wir müssen aufgrund der Reiseanamnese davon ausgehen, dass die Delta-Variante des Coronavirus vorliegt. Eine Sequenzierung wird durchgeführt», so der Sprecher. Ergebnisse lägen aber noch nicht vor. Zuvor hatte der der NDR darüber berichtet. Demnach soll der Mann bei seinen Kneipenbesuchen bereits Krankheitssymptome gezeigt haben.

In einer der Bars habe es nur eine einzige Login-Station für die Luca-App gegeben, mit der die Kontaktverfolgung für die Gesundheitsämter erleichtert wird, sagte Helfrich. Dort müssten nun alle zum fraglichen Zeitpunkt anwesenden Menschen mit einer Quarantäneanordnung rechnen. «In einer weiteren Bar gab es zwar Tisch-bezogene Check-in-Möglichkeiten. Allerdings sind dem Anschein nach die erforderlichen Abstände zwischen Tischen nicht eingehalten worden.» Außerdem hätten Gäste die Tische gewechselt. «Wir müssen daher auch hier im hohen Umfang Personen in Quarantäne versetzen.» Insgesamt sei dies bereits in rund 130 Fällen geschehen. Es werde aber mit weiteren gerechnet.

Eine vom Gesundheitsamt angeordnete Quarantäne könne ausschließlich vom Gesundheitsamt beendet oder verändert werden. «Eine eigenmächtige Beendigung der Quarantäne kann, auch aufgrund eines negativen Tests, nicht erfolgen.»

Unterdessen stieg die Corona-Sieben-Tage-Inzidenz in Hamburg am Freitag von 12,8 auf 13,8, wie die Gesundheitsbehörde mitteilte. Vor einer Woche hatte der Wert bei 9,3 gelegen. 47 bestätigte Ansteckungen kamen am Freitag hinzu. Das sind zwar 3 weniger als am Vortag, aber 18 mehr als vor einer Woche.

Insgesamt haben sich seit Beginn der Pandemie in Hamburg nachweislich 77.873 Menschen infiziert. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts gelten 75.700 als genesen. Dem Institut zufolge lag die Zahl der seit Beginn der Pandemie an oder im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorbenen Menschen in Hamburg unverändert bei 1603.

In Hamburger Krankenhäusern wurden laut Gesundheitsbehörde mit Stand Donnerstag 29 Covid-19-Patienten behandelt, davon 16 auf Intensivstationen. Das sind 3 beziehungsweise 2 weniger als am Dienstag.

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