Pflegeheimkosten gestiegen: Schleswig-Holstein im Mittelfeld

07.07.2021 Die Pflege im Heim wird für Bedürftige und deren Familien in Schleswig-Holstein wie in ganz Deutschland immer teurer. Die selbst zu zahlenden Anteile stiegen im bundesweiten Schnitt weiter auf nun 2125 Euro pro Monat. Das waren 110 Euro mehr als Mitte vergangenen Jahres, wie aus neuen Daten des Verbandes der Ersatzkassen mit Stand vom 1. Juli hervorgeht. Nach den der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Zahlen rangiert Schleswig-Holstein mit 1913 Euro auf dem zehnten Platz. Die Steigerung zum Vorjahr betrug im Norden 72 Euro.

Eurobanknoten liegen auf einem Tisch. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Illustration © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die regionalen Unterschiede sind erheblich. Im Vergleich der Bundesländer am teuersten bleiben Heimplätze in Nordrhein-Westfalen mit nun durchschnittlich 2496 Euro. Am niedrigsten ist die Belastung für Heimbewohner in Sachsen-Anhalt mit 1539 Euro im Monat.

In den Summen ist zum einen der Eigenanteil für die reine Pflege und Betreuung enthalten. Denn die Pflegeversicherung trägt - anders als die Krankenversicherung - nur einen Teil der Kosten. Für Heimbewohner kommen daneben aber noch Kosten für Unterkunft, Verpflegung und auch für Investitionen in den Einrichtungen dazu. Der Eigenanteil allein für die reine Pflege stieg nun im bundesweiten Schnitt auf 873 Euro, nachdem es zum 1. Januar 2021 noch 831 Euro gewesen waren. In Schleswig-Holstein erhöhte sich die Summe auf 645 Euro, nach 603 Euro vor einem Jahr und 637 zu Jahresbeginn.

Entlastung soll eine Pflegereform bringen, die die Koalition in Berlin beschlossen hat. Heimbewohner bekommen demnach ab 1. Januar 2022 einen neuen Zuschlag. Der Eigenanteil für die reine Pflege soll damit im ersten Jahr im Heim um 5 Prozent sinken, im zweiten Jahr um 25 Prozent, im dritten Jahr um 45 Prozent und ab dem vierten Jahr um 70 Prozent.

Die Vorstandschefin des Verbandes der Ersatzkassen, Ulrike Elsner, sagte der dpa, diese «kleine Pflegereform» reiche bei weitem nicht aus. Es gelte, Pflegebedürftige spürbar zu entlasten und die Finanzierung langfristig zu sichern. Nötig sei unter anderem ein dauerhaft höherer Steuerzuschuss für die Pflegeversicherung.

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