37-Jähriger zu fünf Jahren Haft bei Juwelierraub verurteilt

06.07.2021 Wegen Beihilfe zu versuchtem schweren Raub ist ein 37-jähriger Mann vom Lüneburger Landgericht zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Im Prozess um den Überfall mit zwei Toten auf ein Juwelier- und Antiquitätengeschäft in Celle hatte die Staatsanwaltschaft sieben Jahre Gefängnis gefordert, der Vorwurf lautete auf versuchten schweren Raub in Mittäterschaft. Dem folgte das Gericht am Dienstag nicht.

Abbildungen der Justitia an einer Scheibe am Eingang zu einem Gericht. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Verteidiger plädierte darauf, dass der Mann lediglich ein Gehilfe gewesen sei, kein Mittäter. Die 11. Große Strafkammer ordnete zudem eine Drogentherapie an, die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt solle demnächst erfolgen. Die Zeit wird auf die Strafe angerechnet. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig (Az.: 111 KLs 3/21).

Der Angeklagte hatte sich mit seinem Bruder und einem weiteren Beteiligten verabredet, einen Juwelier zu überfallen. Er ist laut Gericht mit dem Bruder am 14. September von Waltrop im Ruhrgebiet losgefahren, er hat unterwegs den Dritten aufgenommen und beide in Celle abgesetzt. Der Bruder habe den Dritten in einem Rollstuhl geschoben.

Der Angeklagte hat im Fluchtfahrzeug gewartet. Die beiden anderen betraten mit Waffen das Geschäft. Dort habe sich der Mann aus dem Rollstuhl auf die Ehefrau des Juweliers gestürzt, um diese zu würgen und zu fesseln. Der Juwelier habe den Verkaufsraum betreten und sei von dem Bruder bedroht worden. Der Geschäftsinhaber schoss auf beide Täter. Der Bruder starb am Tatort, der weitere Beteiligte erlag später seinen Verletzungen. Das Verfahren gegen den Ladeninhaber wegen Totschlags war eingestellt worden.

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