Scheidender Rotary-Präsident zieht positive Bilanz

28.06.2021 Ein Jahr lang hat Holger Knaack von Ratzeburg aus die Rotary-Clubs in aller Welt geführt. Durch Corona sei Rotary jünger und weiblicher geworden, sagt er.

Der scheidende Rotary-Präsident Holger Knaack sitzt auf seinem Bootssteg am Ratzeburger See. Foto: Markus Scholz/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Kurz vor dem Ende seiner Amtszeit als Rotary-Weltpräsident zieht Holger Knaack eine positive Bilanz. «Durch die besonderen Bedingungen in der Corona-Pandemie sind weltweit neue Clubstrukturen entstanden, die dazu beitragen, Rotary jünger und weiblicher zu machen», sagt er.

Seit dem 1. Juli 2020 hat der Ratzeburger als Weltpräsident die Geschicke von rund 35.000 Rotary-Clubs gelenkt. Wegen der Corona-Pandemie musste Knaack auf die üblichen Besuche bei Clubs verzichten. «Stattdessen habe ich viel Zeit mit Videokonferenzen und Internetmeetings verbracht.»

Die Corona-Pandemie habe sein Präsidentschaftsjahr nachhaltig geprägt. Wegen der Pandemie habe er zwar keine Clubs besuchen können. Dennoch habe er bei virtuellen Treffen vermutlich mehr Rotarier getroffen, als viele seine Amtsvorgänger, schätzt Knaack.

«Durch die besonderen Bedingungen sind weltweit neue Clubstrukturen entstanden», sagt er. «Viele Clubs treffen sich jetzt virtuell, das kommt Frauen und jungen Menschen sehr entgegen.»

Der inzwischen 69-Jährige war der erste Deutsche, der 2020 zum Weltpräsidenten gewählt wurde. Seine Amtszeit endet am 30. Juni. Sein Nachfolger, Shekhar Mehta, kommt aus Indien. Als übernächste Weltpräsidentin wurde nach Angaben von Rotary International mit der Kanadierin Jennifer E. Jones erstmals eine Frau nominiert.

Rotary wurde 1905 von dem US-amerikanischen Rechtsanwalt Paul Percy Harris gegründet. Mittlerweile gibt es Rotary-Clubs in fast allen Ländern der Welt. Es ist eine Vereinigung berufstätiger Menschen, die unter anderem durch diverse Hilfsprojekte in die Gesellschaft hineinwirken wollen.

«In der Corona-Pandemie sind viele Clubs weltweit aktiv geworden», sagt Knaack. «So haben in Italien und den USA Rotarier in Impfzentren geholfen.» In Colombo, der Hauptstadt von Sri Lanka, hätten sie sogar ein komplettes Impfzentrum betrieben. In Deutschland haben Rotarier Knaack zufolge Fahrdienste zu örtlichen Impfzentren organisiert.

Er würde das Amt jederzeit noch einmal annehmen, sagt der scheidende Weltpräsident. «Ich habe im zurückliegenden Jahr viel dazu gelernt.»

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