Hochbahn investiert bis 2023 gut 1,8 Milliarden Euro

17.06.2021 Maximal fünf Minuten sollen Hamburger auf eine Bahn, einen Bus oder ein Shuttle warten. Das verspricht der rot-grüne Senat den Bürgern bis 2030. Für den «Hamburg-Takt» nimmt der städtische Verkehrsbetrieb HHA so viel Geld in die Hand wie noch nie zuvor.

Eine Bahn der U-Bahn-Linie 3 fährt zwischen den Haltestellen Rathausmarkt und Rödingsmarkt. Foto: Daniel Reinhardt/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Hamburger Hochbahn plant in den nächsten Jahren Rekordinvestitionen in den Ausbau des Nahverkehrs der Hansestadt. Sie summieren sich in den Jahren 2021 bis 2023 auf mehr als 1,8 Milliarden Euro, wie das städtische Verkehrsunternehmen am Donnerstag ankündigte. Das ist mehr als doppelt so viel wie in den Jahren 2018 bis 2020 mit Investitionen von insgesamt rund 840 Millionen Euro. Finanziert werden die Investitionen unter anderem mit einer im Februar platzierten zehnjährigen «grünen Anleihe», mit der sich die Hamburger Hochbahn AG (HHA) 500 Millionen Euro bei institutionellen Anlegern geliehen hatte.

«Besonders stark wird die Hochbahn in ihre Fahrzeugflotte investieren», berichtete die HHA. Im Zentrum stehen unter anderem klimaschonende batteriegetriebene Busse, deren Flotte bis 2022 auf knapp 200 wachsen soll. «Damit wird dann schon fast ein Fünftel der Gesamtflotte von gut 1000 Fahrzeugen emissionsfrei angetrieben.» Dreistellige Millionenbeträge gehen außerdem in die Anschaffung neuer U-Bahnen. Zudem ist mit der Verlängerung der Linie U4 und der geplanten neuen Linie U5 ein massiver Ausbau des Hamburger U-Bahnnetzes unterwegs.

2020 und in der ersten Jahreshälfte 2021 hat die Corona-Pandemie tiefe Löcher in die Bilanz der Hamburger Hochbahn gerissen. Unter dem Strich war die Zahl der Fahrgäste im vergangenen Jahr mit 314 Millionen um ein Drittel niedriger als im Jahr davor. Der größte Dämpfer wurde im ersten Lockdown im Frühjahr 2020 verzeichnet, als das Fahrgastaufkommen auf rund 30 Prozent des normalen Niveaus einbrach. «Aktuell liegen die Fahrgastzahlen wieder bei gut 60 Prozent», berichtete die HHA. «Das bedeutet, dass wieder deutlich mehr als 700 000 Fahrgäste tagtäglich die Busse und Bahnen der Hochbahn nutzen.»

Die Corona-Einbrüche zeigen deutliche Spuren in der Verlustrechnung der HHA. Der Umsatz brach um 14 Prozent auf 458,2 Millionen Euro ein, während die Kosten wegen des während der Pandemie aufrechterhaltenen Verkehrsbetriebs weiterliefen. «Das Jahresergebnis des Unternehmens 2020 lag bei minus 113,4 Millionen Euro.» Ohne den Ausgleich der coronabedingten Verluste aus dem bundesweiten Rettungsschirm hätte der Fehlbetrag sogar bei 217,4 (2019: 68,8) Millionen Euro gelegen. Der Bund hatte 2020 insgesamt 2,5 Milliarden Euro für den Nahverkehr bereitgestellt, die Länder hatten den gleichen Betrag aus eigenen Mitteln zugesagt.

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