SPD, Grüne und CDU bestimmen Kandidaten für Bundestagswahl

30.05.2021 Am 26. September wird der neue Bundestag gewählt. Derzeit vertreten 16 Abgeordnete die Hansestadt in Berlin. Wer das für sie künftig tun soll, haben SPD, Grüne und CDU nun entschieden.

Aydan Özoguz, Spitzenkanditatin der SPD für die Bundestagswahl. Foto: Markus Scholz/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bei drei parallel und weitgehend digital laufenden Parteitagen haben die Hamburger Landesverbände von SPD, Grünen und CDU am Samstag ihre Kandidatenlisten für die Bundestagswahl bestimmt. Die SPD zieht erneut mit der Wandsbeker Bundestagsabgeordneten Aydan Özoğuz als Spitzenkandidatin in den Wahlkampf. Bei den Grünen wurde die Wirtschaftsexpertin Katharina Beck auf Platz eins der Liste gewählt, bei der CDU der Landesvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Christoph Ploß. Sowohl SPD als auch Grüne gaben als Ziel aus, bei der Wahl am 26. September jeweils das beste Ergebnis in Hamburg zu holen.

Die SPD habe mit dem früheren Bürgermeister Olaf Scholz einen «erfahrenen und hoch kompetenten» Kanzlerkandidaten, sagte Özoğuz. «Olaf Scholz wird uns aufgrund seiner Erfahrung und seiner Haltung in den nächsten vier Jahren sicher und mit dem nötigen Weitblick durch alle Fährnisse steuern.» Die Landesvorsitzende Melanie Leonhard und Bürgermeister Peter Tschentscher zeigten sich überzeugt, mit den SPD-Kandidaten alle sechs Hamburger Wahlkreise zu gewinnen.

Mit der Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock sieht die Grünen-Spitzenkandidatin Beck ihre Partei auch in Hamburg auf der Erfolgsspur. «Wir wollen hier das beste Ergebnis holen.» Beck, die noch nie ein parlamentarisches Mandat hatte, tritt im Wahlkreis Nord/Alstertal auch direkt gegen CDU-Spitzenkandidat Ploß und die SPD-Bundestagskandidatin Dorothee Martin an. In Berlin wolle sie sich mit ihrer Wirtschaftserfahrung für kleine Unternehmen und Soloselbstständige einsetzen, die oft gern nachhaltig wirtschaften wollten, ohne entsprechende Regelungen aber daran scheiterten.

Ploß kündigte einen engagierten Wahlkampf an. «Wir wollen bestmöglich abschneiden und alles geben.» Auf ein konkretes Wahlziel wollte er sich aber nicht festlegen. Hauptwettbewerber seien im Bund die Grünen. «Und das wird sich auch in Hamburg widerspiegeln. Dieses Duell nehmen wir an und darauf freuen wir uns», sagte er. Die Menschen stünden vor der Wahl «zwischen einem Linkskurs mit den Grünen oder bürgerlicher Vernunft mit der CDU».

SPD und Grüne wählten jeweils zwölf Listenkandidaten, die CDU 13. Nach Spitzenkandidatin Özoğuz steht bei den Sozialdemokraten mit Außen-Staatsminister Niels Annen ein weiterer Kandidat mit langjähriger Erfahrung in der Bundespolitik auf Platz zwei. Es folgen Dorothee Martin, die vor einem Jahr nach dem Ausscheiden von Johannes Kahrs in den Bundestag nachgerückt war, und der Vorsitzende des Arbeits- und Sozialausschusses des Bundestages, Matthias Bartke, sowie die Harburger Kreisvorsitzende Ronja Schmager und der Bundestagsabgeordnete Metin Hakverdi.

Bei den Grünen wurde Till Steffen auf den stark umkämpften Listenplatz zwei gewählt. Er setzte sich auf Anhieb im ersten Wahlgang gegen fünf Mitbewerber durch. Bei seiner Bewerbungsrede warf er siebeneinhalb Jahre Regierungserfahrung als Hamburgs Justizsenator in die Waagschale. Platz drei ging an Emilia Fester von der Grünen Jugend. Der Bundestagsabgeordnete Manuel Sarrazin geht auf Platz vier ins Rennen vor Linda Heitmann aus Altona und dem Fraktionschef im Bezirk Mitte, Manuel Muja.

Neben dem Landesvorsitzenden Ploß wurden auf die aussichtsreichen Plätze der CDU Franziska Hoppermann aus Wandsbek und die Bundestagsabgeordneten Christoph de Vries und Rüdiger Kruse gewählt, auf die Plätze fünf und sechs die Bürgerschaftsabgeordnete Anke Frieling und Uwe Schneider. Anders als bei SPD und Grünen, wo das Online-Votum des virtuellen Parteitags noch durch Briefwahl bestätigt werden musste, hatten die Delegierten der Christsozialen bis zum Abend Zeit, ihre Stimme analog in der Parteizentrale im Leinpfad abzugeben.

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