Tschentscher: Bund hat Impfstoff-Ausgleich zugesagt

27.05.2021 Seit langem beklagt Bürgermeister Tschentscher, dass Hamburg gemessen an seiner Einwohnerzahl zu wenig Corona-Impfstoff bekommt. Bisher vergebens. Beim Impfgipfel hat ihm die Bundesregierung nun eine gerechtere Verteilung versprochen.

Peter Tschentscher (SPD). Foto: Markus Scholz/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Bundesregierung will den Ländern zu wenig gelieferten Corona-Impfstoff ausgleichen. Das sei ihm am Donnerstag beim sogenannten Impfgipfel zugesichert worden, sagte Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) im Anschluss an die Beratungen der Länderregierungschefs mit dem Bund. Hamburg habe in den vergangenen Wochen gemessen an den Bevölkerungszahlen der Länder regelmäßig zu wenig Impfstoff erhalten. «Von Woche zu Woche ist die Lücke größer geworden.»

Der Bund habe nun zugesagt, «dass diese ungleichmäßige Verteilung (...) zeitnah ausgeglichen wird», sagte Tschentscher. Auch die anderen Ministerpräsidenten hätten zugestimmt, «dass der Ausgleich nun erfolgen soll».

Konkrete Zahlen nannte der Senatschef nicht. Nach dpa-Informationen geht es um gut 50.000 Impfdosen. Laut Impfdashboard des Bundesgesundheitsministeriums wurden bisher 1.092.396 Impfdosen an die Hansestadt geliefert. Das entspricht 59,1 Impfdosen pro 100.000 Einwohner. Hamburg liegt damit unter den 16 Bundesländern auf dem letzten Platz. Insgesamt wurden nach Auskunft der Gesundheitsbehörde rund 52.150 Impfdosen zu wenig geliefert.

Eine zeitnahe Ausgleichslieferung sei umso wichtiger, da es aufgrund des knappen Impfstoffes und der hohen Zahl der anstehenden Zweitimpfungen kaum mehr Termine für Erstimpfungen gebe, sagte der Bürgermeister. Er konstatierte eine Frustration in der Bevölkerung: «Wir habe immer mehr Menschen zum Impfen aufgerufen, aber wir haben nicht mehr Impfstoff.» Dennoch gehe die Impfkampagne «sehr gut voran», meinte der Bürgermeister. «Mittlerweile sind über 40 Prozent der Menschen in Deutschland zumindest einmal geimpft.»

Jedoch sei der Impfstoff auch weiterhin knapp - erst recht, wenn es zur erwarteten Zulassung des Impfstoffs von Biontech auch für die 12 bis 16-Jährigen komme und es eine entsprechende Empfehlung der Ständigen Impfkommission gebe. Diese Jugendlichen kämen dann zusätzlich zu denen, die impfberechtigt auf einen Termin zur Erstimpfung warteten.

Tschentscher verwies darauf, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) trotz sinkender Neuinfektionen gemahnt habe, «dass wir bei allem Erfolg der Impfkampagne wachsam sein müssen.» Dies sei eine wichtige Botschaft, «denn wir möchten nicht im Herbst wieder mit neuen Varianten konfrontiert sein».

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