Corona-Verordnung wird wahrscheinlich bis 9. Mai verlängert

15.04.2021 Künftig soll die Corona-Notbremse bundeseinheitlich geregelt werden. In Hamburg wurde sie längst gezogen - inklusive nächtlicher Ausgangsbeschränkung. Und wie es aussieht, wird es auch zunächst bis Anfang Mai dabei bleiben.

Peter Tschentscher (SPD) fasst sich ins Gesicht. Foto: Marcus Brandt/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die neue Corona-Eindämmungsverordnung des rot-grünen Hamburger Senats soll voraussichtlich bis zum 9. Mai gelten. Das geht aus einem Schreiben der Sozialbehörde an die Eltern der Hamburger Kita-Kinder vom Donnerstag hervor, in dem eine Verlängerung des sogenannten erweiterten Notbetriebs um drei Wochen angekündigt wird. Die Regelung ist Teil der Verordnung. Es wird davon ausgegangen, dass auch die seit zwei Wochen geltende nächtliche Ausgangsbeschränkung entsprechend verlängert wird. Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hatte in den vergangenen Tagen immer wieder deutlich gemacht, dass angesichts der Infektionsdynamik nicht mit Lockerungsschritten zu rechnen sei.

Derzeit befinde sich die neue Verordnung in der Behördenabstimmung, hieß es in der Senatskanzlei. Die noch gültige Eindämmungsverordnung läuft am Montag aus. Spätestens einen Tag vorher muss die neue Verordnung veröffentlicht werden, um rechtzeitig in Kraft zu treten.

Künftig sollen Ausgangsbeschränkungen bundeseinheitlich geregelt werden. Eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes ist derzeit in Arbeit und soll voraussichtlich in der kommenden Woche vom Bundestag verabschiedet werden. Danach müsste auch der Bundesrat noch zustimmen. Die Vorlage der Bundesregierung beinhaltet im Wesentlichen die in Hamburg bereits geltenden Regelungen.

Die Zahl der in der Stadt nachgewiesenen Corona-Infektionen stieg am Donnerstag um 458. Das sind 19 Fälle weniger als am Mittwoch und 48 weniger als am Donnerstag vor einer Woche, wie die Gesundheitsbehörde mitteilte. Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen, sank von 150,0 auf 147,4. In den Kliniken der Stadt lagen mit Stand Mittwoch 312 Corona-Patienten. Das waren vier weniger als am Dienstag. Auf den Intensivstation wurden nach Angaben der Behörde 106 Erkrankte behandelt, zwei mehr als am Vortag.

Unterdessen gab die auch für die Bezirke zuständige Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne) in Harburg den Startschuss für eine Kampagne, mit der die hohen Inzidenzen in Stadtteilen mit schwieriger sozialer Lage bekämpft werden sollen. Mit Stelzenläufern, Infoflyern in verschiedenen Sprachen und kostenlosen Schutzmasken wolle man gezielt niedrigschwellige Informationsangebote dicht am Menschen, aber mit gebotenem Abstand machen, sagte sie.

Gerade «sehr kinderreiche Stadtteile, Stadtteile mit einer schwierigen sozialen Lage» seien in dieser Phase der Pandemie besonders betroffen. Dabei spielten «beengte Wohnverhältnisse» eine Rolle, «aber sicher auch Familien, wo die Arbeitsverhältnisse nicht homeoffice-fähig sind», sagte Fegebank.

Auch der hohe Anteil migrantischer Bewohner werde bei der Kampagne berücksichtigt, sagte Harburgs Bezirksamtschefin Sophie Fredenhagen. Dabei sei die Sprachbarriere nicht immer der Hauptgrund. «Wir haben ja auch viele Migranten, die über Generationen hier sind, die keine Sprachbarriere haben. Das Verstehen und das Verständnis sind, glaube ich, zwei verschiedene Sachen.» Deshalb arbeite man auch mit Initiativen und Vereinen im Stadtteil sowie den Moschee-Gemeinden eng zusammen, um möglichst viele Menschen zu erreichen.

Zudem sei Harburg «nicht nur divers, sondern auch jung», sagte Fredenhagen. So sei der Anteil Jugendlicher und junger Erwachsener an der Gesamtbevölkerung in Hamburg nirgends höher - zugleich verbreite sich das Virus in keiner anderen Gruppe schneller. Und junge Menschen litten besonders unter den Einschränkungen.

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