Bestes Rückrundenteam: Schultz ist stolz auf die Kiezkicker

06.04.2021 Wer hätte das gedacht: Nach dem Hinspiel in Braunschweig ist St. Pauli Tabellenvorletzter, nach dem zweiten Duell Achter. Und in der Rückrunden-Tabelle stehen Burgstaller & Co. sogar auf Platz 1.

St. Paulis Trainer Timo Schultz geht nach dem Spiel über den Platz. Foto: Christian Charisius/dpa/Pool/dpa/Aktuell © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

An Daniel-Kofi Kyerehs gekonnten Tor-Salto hat man sich beim FC St. Pauli längst gewöhnt. Unter den «Fantastischen Drei» in der Offensivabteilung der besten Rückrunden-Mannschaft der 2. Fußball-Bundesliga ist der 25-Jährige mit acht Treffern und neun Torvorlagen der Topscorer. Der in der Hinrunde lange verletzte Guido Burgstaller (9/3) und Winterausleihe Omar Marmoush (6/3) stehen ihm aber nicht viel nach. Und seit alle drei 2021 gemeinsam am Werk sind, geht es mit den Kiezkickern steil bergauf.

«Das bringt viel Spaß da vorne. Insgesamt geht die Entwicklung in die richtige Richtung», urteilte Burgstaller. Als er nach dem souveränen 2:0 (2:0) über Eintracht Braunschweig in einem Sky-Interview auf das Thema Abstiegskampf angesprochen wurde, grinste er lässig und meinte: «Das ist schon seit längerer Zeit nicht mehr in unserem Kopf.»

Vor vier Monaten sah das noch komplett anders aus, als der Kiezclub nach dem Hinspiel-1:2 als Tabellenvorletzter mit mageren sieben Punkten «am absoluten Tiefpunkt» angekommen war, wie Trainer Timo Schultz zugab. Bis zur Winterpause (15./16 Punkte) konsolidierte sich das Team; im Jahr 2021 sammelten Burgstaller & Co. in zehn Partien stolze 22 Zähler und spielen bisher die beste zweite Saisonhälfte seit 27 Jahren. Der viel zu knapp ausgefallene Heimsieg über chancenlose Braunschweiger führte den Kiezclub (38) schon bis auf Platz acht.

«Eine Top-Leistung, wir können sehr zufrieden sein», frohlockte Burgstaller. «Wenn wir so Fußball spielen wie heute, werden wir noch ein paar Siege holen.» Dabei endete ausgerechnet die Serie des Top-Knipsers. Denn in bisher vier Duellen mit den Niedersachsen hatte der Österreicher noch im Trikot des 1. FC Nürnberg immer getroffen. Diesmal legte er zwar das frühe 1:0 für Marmoush auf (7. Minute), der dann das 2:0 von Kyereh (14.) vorbereitete. Es folgte - der Salto!

«Burgi» aber ging leer aus. Wie Marmoush (18./Pfostenkopfball, 54.), Rodrigo Zalazar (48.) und Lukas Daschner (73.) betrieb auch der 31-Jährige bei zwei Top-Gelegenheiten (35./52.) Chancenwucher. Dass er einmal freistehend verzog, wo er sonst selbst mit verbundenen Augen trifft, wurmte ihn besonders. «Das nervt mich schon richtig. Die kommt sicher wieder», sagte Burgstaller, als er gefragt wurde, ob ihn die vergebene Chance noch im Schlaf verfolgen werde.

Immerhin stand hinten die Null, da St. Pauli konsequent störte und nur Nick Proschwitz (74.) und Patrick Kammerbauer (90.+2) zwei nennenswerte Einschussgelegenheiten gestattete. So kann Schultz in seinem ersten Jahr als Profi-Chefcoach schon jetzt zu Recht «Stolz» verspüren: «Es ist schön, wenn man auf die Rückrundentabelle guckt», sagte er. Denn da ist sein FC St. Pauli ja bekanntlich Erster.

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