Bundestagswahl: Stegner soll auf Platz 3 der SPD-Landesliste

20.03.2021 Bekannte Namen und neue Gesichter - so sieht der Listenvorschlag der Nord-SPD für die Bundestagswahl aus. Mit Fraktionschef Stegner steht der namhafteste Politiker wie erwartet auf Platz 3. Die Landesvorsitzende Midyatli erwartet einen spannenden Wahlkampf.

Ralf Stegner (SPD) spricht im Kieler Landtag. Foto: Frank Molter/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Erfahrene Politiker auf den vordersten Plätzen und junge Gesichter danach - einen Mix aus Kontinuität und Erneuerung zeigt der Vorschlag der SPD-Landesspitze im Norden für die Landesliste zur Bundestagswahl. Erwartungsgemäß steht auf Platz 1 der Vorsitzende der SPD-Landesgruppe im Bundestag, Sönke Rix (45), und auf 3 Landtagsfraktionschef Ralf Stegner (61). Zu dessen Platzierung sagte die Landesvorsitzende Serpil Midyatli bei der Vorstellung des Listenvorschlags am Samstag in Kiel: «Er ist glücklich, ich bin glücklich, die Partei ist glücklich». Aus Respekt vor der Entscheidung des Landesvorstandes wolle er den Vorschlag nicht öffentlich kommentieren, erklärte Stegner schriftlich.

Für weitere sichere Listenplätze wurden vorgeschlagen die Bundestagsabgeordnete Nina Scheer (49), die sich 2019 im Duo mit Karl Lauterbach um den SPD-Vorsitz beworben hatte, auf Platz 2, und auf 4 die langjährige Bundestagsabgeordnete Bettina Hagedorn (65), Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesfinanzminister.

Derzeit ist die Nord-SPD im Bundestag mit sechs Abgeordneten vertreten, nachdem sie 2017 im Land 23,3 Prozent holte. Über die Landesliste für die Bundestagswahl am 26. September entscheidet die Landeswahlkonferenz der Nord-SPD an diesem Freitag in Neumünster.

Auf Platz 5 kandidiert Tim Klüssendorf (29), Referent des Lübecker Bürgermeisters, und auf 6 Franziska Brzezicha (28) aus Flensburg, Mitarbeiterin der Parlamentarischen Staatssekretärin beim Bundesarbeitsminister, Kerstin Griese. Für Rang 7 wurde der Kieler Bundestagsabgeordnete Mathias Stein (51) nominiert. Er soll das Direktmandat in seinem Wahlkreis verteidigen. 2017 hatte die SPD im Land nur diesen geholt. In Lübeck will sie das Direktmandat zurückerobern. Für die Kreise am Hamburger Rand hofft Midyatli auch auf ausstrahlende Wirkung von SPD-Bürgermeister Peter Tschentscher.

Als Zielmarke für die Wahl gab sie sechs bis neun Bundestagsmandate aus. «Das Rennen ist sehr, sehr offen», sagte sie. «Dieser Wahlkampf wird sehr, sehr spannend.» Die CDU sei im Sinkflug und die Grünen stark. «Wir holen gerade auf.» Ausgesprochen offen sei auch das Rennen in den Wahlkreisen. Stegner tritt im Wahlkreis Pinneberg an, den 2017 der Christdemokrat Michael von Abercron (68) mit 39,7 Prozent deutlich gewonnen hatte.

Die SPD-Landesliste wurde komplett im Reißverschlussverfahren aufgestellt, also im Wechsel zwischen Männern und Frauen. Als inhaltliche Themen hob Midyatli unter anderem Europa, Respekt in der Gesellschaft, Klimaschutz und Digitalisierung hervor. Spitzenkandidat Rix stehe für den sozialen Zusammenhalt, Scheer für Klima- und Energiepolitik, der «grandiose Rhetoriker» Stegner für Innenpolitik, Sicherheit und viele andere Themen, Hagedorn für Finanzen und Europa.

Für Kampfkandidaturen um die Listenplätze liegen Midyatli zufolge noch keine Anmeldungen vor. Wer sich noch bewerben will, soll dies bis Mittwoch tun.

Offen ist weiterhin, wann es zum Wechsel an der Spitze der SPD-Landtagsfraktion von Stegner auf Midyatli kommen soll. «In den nächsten Wochen werden wir Ihnen ein Datum mitteilen», sagte Midyatli am Samstag.

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