Inzidenz steigt weiter: Probleme mit Masken vom Bund

18.03.2021 Der Inzidenzwert steigt in Hamburg binnen einer Woche um fast 25 auf nun 105,4. Sollte es in letzter Minute nicht zu einer drastischen Trendumkehr kommen - was niemand erwartet - macht die Stadt ab Samstag einen Schritt zurück in Sachen Corona-Öffnungen.

FFP2 Masken mit CE-Zertifizierung liegen verpackt auf einem Tisch. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Hamburg nähert sich mit großen Schritten der Corona-Notbremse. Mit 389 neu nachgewiesenen Infektionen lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Donnerstag bereits den zweiten Tag in Folge über der 100er-Marke. Ab dem dritten Tag will der Senat die zwischen Bund und Ländern vereinbarte Notbremse ziehen und die erst Anfang vergangener Woche vollzogenen Öffnungsschritte wieder rückgängig machen. Dies dürfte am Freitag der Fall sein, wenn nicht die Zahl der Neuinfektionen unerwartet deutlich unter 237 fällt. Damit würden dann ab Samstag wieder die Regeln von vor dem 8. März gelten.

Im Einzelhandel ist dann statt Shoppen nach Terminvereinbarung im Laden («Click & Meet») nur noch «Click & Collect» möglich, also online oder telefonisch bestellen und vor der Ladentür abholen. Private Kontakte müssen sich wieder auf eine Person außerhalb des eigenen Hausstandes beschränken, allerdings werden Kinder bis 14 Jahre diesmal nicht mitgezählt. Auch Sport im Freien ist dann für Erwachsene nur noch unter dieser Kontaktbeschränkung möglich.

Die erst Anfang der Woche nach Ende der Ferien teilweise wieder geöffneten Schulen und Kindertagesstätten wären von der Notbremse nicht betroffen. Auch der Sport in Gruppen unter freiem Himmel soll Kindern generell auch weiter möglich sein, wie Sportstaatsrat Christoph Holstein am Donnerstag bei Facebook schrieb. Die zulässige Gruppengröße müsse aber von 20 auf 10 Kinder verringert werden.

Den Schulbeschäftigten machen unterdessen die von der Bundesregierung beschafften Corona-Schutzmasken Probleme. Die Hamburger Schulbehörde untersagte die Nutzung der 300 000 KN95-Masken. Grund sei der unzureichende Qualitätsstandard, heißt es in einem Schreiben der Behörde an die Schulen, das der Deutschen Presse-Agenur vorliegt.

Nachdem das Bundesgesundheitsministerium noch im Januar mitgeteilt habe, «dass diese Masken in einem mehrstufigen Verfahren geprüft wurden, hat die Bundesregierung nun zu unserer Überraschung kurzfristig den KN95-Masken aus ihren eigenen Lieferungen die Zulassung als medizinische Maske entzogen». Zuvor habe es Berichte über schadhafte einzelne Masken sowie Rückrufaktionen einzelner Fabrikate und Modelle gegeben.

Neben den 300 000 KN95-Masken hätten die Schulen in den Ferien 300 000 sogenannte OP-Masken erhalten, so dass der Fall zwar sehr ärgerlich sei, aber nichts daran ändere, dass Hamburgs Schulen aktuell versorgt sind, hieß es in der Schulbehörde.

Nach Angaben der Gesundheitsbehörde haben sich seit Beginn der Pandemie 56 266 Hamburger mit Sars-CoV-2 infiziert; 50 200 von ihnen gelten nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) inzwischen als genesen. Die Zahl der Corona-Toten in Hamburg gab das RKI unverändert mit 1337 an - allerdings mit Stand vom Vortag, weil keine aktuellen Daten aus Hamburg übermittelt worden seien.

Der Inzidenzwert stieg binnen einer Woche um fast 25 auf 105,4 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen. In den Krankenhäusern der Stadt wurden nach Angaben der Behörde mit Stand Mittwoch 250 Corona-Patienten betreut, 92 davon auf Intensivstationen. Das waren 10 beziehungsweise 5 weniger als am Vortag.

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