DGB-Jugend fordert Azubi-Ticket und mehr Wohnmöglichkeiten

17.03.2021 Die DGB-Jugend in Schleswig-Holstein beklagt Belastungen durch hohe Fahrt- und Wohnkosten für Auszubildende. Knapp zwei Drittel der Befragten lebten bei den Eltern oder Verwandten, heißt es im Ausbildungsreport Schleswig-Holstein 2021 der DGB-Jugend. 68 Prozent wünschten sich aber eine eigene Wohnung, teilte die Jugendorganisation des Gewerkschaftsbundes am Mittwoch mit. Anders als früher seien Auszubildende heute junge Erwachsene und hätten teilweise bereits Familie. Ihre Bedürfnisse hätten sich verändert, argumentierte der DGB-Nachwuchs.

Fahnen des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) wehen vor dem blauen Himmel. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nach Angaben der Auszubildenden Zoé Eller betragen die monatlichen Fahrtkosten im Durchschnitt 116 Euro und damit knapp 15 Prozent der durchschnittlichen Vergütung. «Das ist ganz schön happig. Wir fordern die sofortige Einführung eines echten landesweiten Azubi-Tickets.» Außerdem müssten günstige, attraktive und lernortnahe Wohnmöglichkeiten geschaffen werden, forderte die DBG-Jugend. Die Ausbildungsvergütungen müssten so hoch sein, dass sie zum Leben reichen.

Der stellvertretende Vorsitzende des DGB-Nord, Ingo Schlüter, wies auf die gesunkene Zahl der Ausbildungsverträge hin. 2020 seien in Schleswig-Holstein 18 426 Ausbildungsverträge abgeschlossen worden, gut 1600 weniger als im Vorjahr. «Dieses Problem muss jetzt mit Hochdruck angegangen werden.» Die Corona-Krise sei irgendwann vorbei, der Fachkräftemangel werde aber bleiben.

Der Bundestagsabgeordnete der Linken, Lorenz Gösta Beutin, bezeichnete ein Azubi-Ticket als logischen Schritt. Aus Sicht der Linken sollten Bus und Bahn perspektivisch für alle kostenlos sein. Das trage zum Klimaschutz bei und entlaste vor allem Menschen mit geringen Einkommen.

Die Landtagsabgeordnete der Grünen, Ines Strehlau, sagte zu, beim Azubi-Ticket dranzubleiben. «In der nächsten Legislaturperiode werden wir weiter an noch besseren Lösungen für alle Azubis arbeiten.»

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