Schleswig-Holstein setzt Impfungen mit Astrazeneca aus

15.03.2021 Keine weiteren Impfungen mit Astrazeneca auch in Schleswig-Holstein - vorerst zumindest. Die Bundesregierung will erst Aufklärung über Fälle von Thrombosen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung.

Im regionalen Impfzentrum wird eine Spritze mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca aufgezogen. Foto: Matthias Bein/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Auch in Schleswig-Holstein werden Corona-Impfungen mit dem Impfstoff von Astrazeneca bis auf Weiteres ausgesetzt. Das teilte das Gesundheitsministerium in Kiel am Montag mit. Hintergrund sei eine Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts. Zunächst seien die gebuchten Impftermine bis Freitag storniert worden. Die Betroffenen werden per E-Mail informiert. Gebuchte Termine mit den Impfstoffen von Biontech und Moderna seien nicht betroffen. Im nördlichsten Bundesland wurden nach Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) bisher knapp 62 000 Impfdosen von Astrazeneca gespritzt, davon 12 als Zweitimpfung.

Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP): «Wir halten uns in Schleswig-Holstein – wie schon in der vergangenen Woche angekündigt – strikt daran, was die zuständigen europäischen und die nationalen Behörden empfehlen, und zwar bei allen Impfstoffen.» Sicherheit gehe vor.

Die Aussetzung in Deutschland geht nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf sieben Krankheitsfälle zurück. «Es ist sehr selten aufgetreten», sagte Spahn am Montag in Berlin. Zuvor hatte sein Ministerium mitgeteilt, dass die Impfungen mit dem Vakzin vorerst aus Vorsicht gestoppt seien, weil es Meldungen von Thrombosen der Hirnvenen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung gegeben habe.

Bis Sonntag waren laut RKI 1,65 Millionen Dosen Astrazeneca-Impfstoff in Deutschland verabreicht worden. Bis auf wenige hundert Fälle betreffen alle diese Impfungen die erste von zwei für den Impfschutz nötige Impfungen. Die Aussetzung betreffe nun auch alle Folgeimpfungen, sagte Spahn.

Nun ist die Europäische Arzneimittelbehörde EMA am Zug, denn dort wird an einer erneuerten Bewertung des Impfstoffs gearbeitet. Der Minister setzt darauf, dass sie «idealerweise noch im Laufe dieser Woche zu ihrer Entscheidung» kommt. Falls der Impfstoff weiter zugelassen wird, sollten auch die Impfungen wieder anlaufen.

© dpa-infocom GmbH

Weitere News