Leihvertrag von Pückler-Sammlungen mit Erben geschlossen

03.12.2021 Das Schloss Branitz des Fürsten Pückler ist ein Publikumsmagnet - auch weil das Leben des Fürsten durch viele Originalobjekte lebendig bleibt. Nun haben die Erben über die Sammlungen entschieden.

Eine Restauratorin arbeitet an der Tapete im Spiegelkabinett vom Schloss Branitz. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Bildarchiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Möbel, Klavier, Kronleuchter, alte Schriften: Die Sammlungen des Fürsten Pückler im Schloss Branitz in Cottbus bleiben der Region erhalten. Nach intensiven Verhandlungen mit der Erbengemeinschaft der Familie des Fürsten und der Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz wurde ein Leihvertrag geschlossen. Die Vertreterin der Erben, Elke Gräfin von Pückler, unterschrieb am Freitag im Beisein von Kulturministerin Manja Schüle (SPD) den Vertrag. Damit sei für beide Seiten eine Rechtsgrundlage geschaffen und für die Zusammenarbeit der Erben mit der Stiftung ein solides Fundament geschaffen worden. Das finde sie besonders befriedigend, sagte die Gräfin nach der Unterzeichnung im Schloss.

Schloss Branitz war der Alterssitz von Hermann Fürst von Pückler-Muskau. Er liegt dort spektakulär begraben - in einer Erdpyramide in einem See.

Der Vertrag mit den Erben umfasst der Stiftung zufolge rund 7000 Exemplare der Sammlungen, darunter Ausstattungsgegenstände, Gemälde, Textilien, Waffen, Bücher, Dokumente und Instrumente vom 15. bis zum 20. Jahrhundert. Damit werde auch die Arbeit ihres Mannes Hermann fortgesetzt, betonte die Gräfin. Die Erbengemeinschaft hatte sich nach 1990 besonders durch Hermann Graf von Pückler (1939-2107) um eine Zusammenführung des nach 1945 verteilten Inventars von Schloss und Park Branitz und deren museale Erschließung eingesetzt. Auch der Graf liegt in Branitz begraben.

Nach der deutschen Wiedervereinigung regelt das 1994 in Kraft getretene Entschädigungs- und Ausgleichsleistungsgesetz den Rückübertragungsanspruch an dem entschädigungslos enteigneten mobilen Erbe. Hierunter fällt nach Stiftungsangaben auch das Inventar in Schloss und Park Branitz sowie die Pückler-Callenberg-Bibliothek.

Die Gräfin brachte nach Abstimmung mit ihrer Familie am Freitag noch weitere Kunstwerke aus der Sammlung wieder zurück ins Schloss, darunter Gemälde und ein wertvolles Messer. Stefan Körner, Vorstand der Stiftung, zeigte sich beeindruckt. Das zeige das große Vertrauen der Erben. «Die Gräfin Pückler hat eine extrem enge Verbindung hierzu. Es ist ein Stück weit ihr Herzblut, sie hat noch einen Wohnsitz in Branitz», sagte er der dpa. Sie wolle das Vermächtnis ihres Mannes bewahren und die fürstliche Sammlung im Schloss als langfristige Leihgabe im Schloss belassen, sagte die Gräfin.

Ministerin Schüle, auch Stiftungsratsvorsitzende, bezeichnete den Leihvertrag mit den Erben als Meilenstein. Er sichere kulturelles Erbe für die Zukunft. Mit Branitz habe man noch viel vor, versprach sie. So solle das Areal im Rahmen des «Masterplans Branitz» weiterentwickelt und die Parklandschaft vor den Auswirkungen des Klimawandels besser geschützt werden. Zudem solle die Stiftung als einer der Akteure beim Strukturwandel weiter gestärkt werden.

Seit der Wiedervereinigung wurden in Erhalt und Pflege des Pücklererbes über 40 Millionen Euro aus EU-, Bundes- und Landesmitteln, der Stadt Cottbus und der ostdeutschen Sparkassenstiftung investiert. Bis 2028 sind weitere Investitionen geplant. In diesem Jahr hatte die Parklandschaft ihren 175. Geburtstag.

© dpa-infocom GmbH

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