Verbandsvorsitzende: Impfungen in Apotheke sind vernünftig

02.12.2021 Apotheker in Corona-Impfungen einzubeziehen, ist aus Sicht des Berliner Apotheken-Verbands der richtige Ansatz. «Ich finde es vernünftig vor dem Hintergrund hoher Inzidenzen und des großen Wunschs sich neu impfen oder boostern zu lassen», sagte Verbandsvorsitzende Anke Rüdinger am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. «Aber eine solche Leistung kann sicherlich nicht von allen Apotheken angeboten werden.» Bund und Länder hatten sich am Donnerstag verständigt, dass auch Zahnärzte, Apotheker und Pflegefachkräfte Impfungen gegen das Virus vornehmen dürfen.

Eine Flüssigkeit tropft aus der Kanüle einer Spritze. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Illustration © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Rüdinger wies darauf hin, dass dafür zum einen die räumlichen Voraussetzungen gegeben sein müssten. «Wir müssen aber auch daran denken, dass die Apotheken seit Monaten am Limit arbeiten.» Sie hätten in der Corona-Pandemie bereits zusätzliche Aufgaben übernommen. «Deswegen werden es etliche Apotheken auch aus personellen Gründen nicht schaffen können.»

Dennoch gebe es viele Apothekerinnen und Apotheker, die gerne impfen möchten und zum Teil auch schon im Rahmen des Modellprojekts Grippeimpfung dafür ausgebildet worden seien. Das gelte für knapp 200 Apothekerinnen und Apotheker - berlinweit gibt es rund 700 Apotheken. «Sie könnten relativ schnell loslegen», sagte Rüdinger. «Wir sind aber auch dabei, zeitnah Schulungen vorzubereiten, damit auch die anderen Apothekerinnen und Apotheker, die gerne impfen möchten, aber die Qualifikation noch nicht erworben haben, schnellstmöglich in die Lage versetzt werden, das nachzuholen.»

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin hat sich dagegen ausgesprochen, Apotheken an der Impfkampagne gegen Covid-19 zu beteiligen. «Der Impfstoff reicht zurzeit nicht einmal für die impfenden Praxen. Da haben wir null Verständnis dafür, dass jetzt auch noch Apotheken mitimpfen sollen», hieß es am Mittwoch aus dem KV-Vorstand. In Berlin liegt die Impfkampagne momentan in den Händen von mehr als 2500 Arztpraxen sowie den Impfzentren oder Impfstellen. «Dabei sollte es bleiben», so die KV.

© dpa-infocom GmbH

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