Zahlreiche Räumungsklagen gegen Bewohner von «Rigaer 94»

03.12.2021 Der Streit um das teilbesetzte Haus «Rigaer 94» wird in den kommenden Wochen die Berliner Justiz beschäftigen. Mehr als ein Dutzend Räumungsklagen sind beim Amtsgericht Kreuzberg anhängig, der erste Fall wurde am Donnerstag verhandelt. Eine Entscheidung ist frühestens am 13. Januar zu erwarten, wie das Gericht bekannt gab. Im Zentrum des Streits steht weiterhin die Frage, ob die Eigentümerin des Hauses überhaupt existiert und der Klägeranwalt bevollmächtigt ist, diese zu vertreten.

Justizangestellte sichern die Zugänge zum Gerichtssaal im Amtsgericht Tempelhof-Kreuzberg. Foto: Wolfgang Kumm/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Das Gebäude in der Rigaer Straße gilt als Symbol der linksradikalen Szene. Immer wieder kommt es dort zu gewaltsamen Zusammenstößen mit der Polizei. Offizieller Eigentümer des Gebäudekomplexes ist eine britische Firma. Wer dahinter steht, ist nicht bekannt. Vertreter der Mieterinnen und Mieter bezweifeln die Existenz der Eigentümerin und gehen von einer reinen Briefkastenfirma aus. Seit Jahren setzen sich Berliner Gerichte damit auseinander, welche Beweise nötig sind, um die Legitimation nachzuweisen. Im aktuellen Fall wollen die Anwälte der Firma nun eine Bescheinigung eines englischen Notars vorlegen.

Die Räumungsklage richtet sich gegen Bewohner im Vorderhaus. Von dort aus seien in der Vergangenheit immer wieder Angriffe auf Polizisten und Feuerwehrleute erfolgt, so Klägeranwalt Markus Bernau. Die Bewohner seien mit der Miete um rund 60 000 Euro im Rückstand. Nach Angaben der Bewohner wurde gezahlt - allerdings an den Vorbesitzer. Informationen zum neuen Eigentümer hätten die Mieter 2016 nicht erhalten, so deren Anwalt Hendrik Solf.

Ein ähnlich gelagerter Fall soll nun am 17. Dezember vor dem Amtsgericht verhandelt werden. Eine Räumungsklage gegen die illegale Linksautonomen-Kneipe «Kadterschmiede» in dem Gebäudekomplex soll dann am 7. Februar 2022 erneut das Landgericht beschäftigen.

Die linke Szene Berlins hat sich gegen Räumungen immer wieder heftig gewehrt. Zuletzt war es Mitte Oktober bei der Räumung des linken Wagencamps «Köpi» in Mitte zu Auseinandersetzungen gekommen. Die Räumung hatte der Grundstückseigentümer vor Gericht erstritten. Bei einer Brandschutzprüfung in der «Rigaer 94» hatte es im vergangenen Juni einen heftigen Angriff auf die Polizei gegeben.

© dpa-infocom GmbH

Weitere News

Top News

1. bundesliga

20. Spieltag: Fußball-Bundesliga: Das war am Samstag, das kommt am Sonntag

People news

Monaco: Caroline von Monaco feiert 65. Geburtstag

People news

Pandemie: Polizeipatrouillen statt Promi-Parties in Kitzbühel

Tv & kino

Auszeichnung: 276 Spielfilme im Oscar-Rennen

Internet news & surftipps

Telekommunikation: Mobilfunk-Masten erst bauen, dann genehmigen?

Internet news & surftipps

Studie: Internet verkraftet Wachstum des Datenverkehrs in Pandemie

Auto news

Tipp: Unterwegs mit Hund und Fahrrad: Vierbeiner im Anhänger

Wohnen

Heizperiode: Gasspeicher leerer als sonst: Ist die Versorgung gefährdet?

Empfehlungen der Redaktion

Regional berlin & brandenburg

Gericht prüft Räumungsklage zu «Rigaer 94»

Regional berlin & brandenburg

Teilbesetztes Haus «Rigaer 94» wird von Polizei durchsucht

Regional berlin & brandenburg

Polizei durchsucht «Rigaer94» und entdeckt neue Wohnung

Regional berlin & brandenburg

Brandschutzgutachten für «Rigaer 94»: Bezirk unter Druck

Inland

Wagencamp: Polizei beginnt Räumung des linken Projekts «Köpi» in Berlin

Regional berlin & brandenburg

Vor Räumung von «Köpi-Platz» verschanzen sich Bewohner

Regional nordrhein westfalen

Teilschlappe für Dortmund: Räumung war rechtswidrig

Wohnen

Schlimme Nachbarn?: Zu viel Lärm rechtfertigt Kündigung der Wohnung