Höchststand: Mehr als 2000 Neuinfektionen in Brandenburg

12.11.2021 Die Zahl der neuen Infektionen mit dem Coronavirus steigt in Brandenburg sprunghaft. Stark betroffen sind davon auch die Schulen. Die Ärzte rufen eindringlich zum Impfen auf. Gastronomen und Hoteliers hadern mit neuen Beschränkungen.

Eine medizinische Mitarbeiterin hält einen Tupfer für einen Abstrich für einen Corona-Test in der Hand. Foto: Moritz Frankenberg/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen erreicht in Brandenburg täglich neue Höchststände: Mit 2125 Neuinfektionen innerhalb eines Tages wurde in Brandenburg erstmals die 2000er Marke gerissen, wie das Gesundheitsministerium am Freitag in Potsdam mitteilte. Bereits am Vortag hatte es mit 1779 neuen Fällen einen Höchstwert in Brandenburg seit Beginn der Pandemie gegeben. Davor lag der höchste Wert registrierter neuer Infektionen am 7. Januar mit 1575 neuen Fällen - jedoch bei weniger Tests.

Landesweit infizierten sich innerhalb von sieben Tagen pro 100.000 Einwohner rechnerisch 323,8 Menschen mit dem Coronavirus. Vor einer Woche hatte dieser Wert erst bei 179,6 gelegen und die Zahl der Neuinfektionen mit 1067 etwa bei der Hälfte. Bundesweit liegt die Sieben-Tage-Inzidenz nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bei 263,7.

Entsprechend schlägt die Corona-Pandemie immer stärker an den Brandenburger Schulen durch. In dieser Kalenderwoche seien 2901 Schülerinnen und Schüler positiv auf Covid-19 getestet worden, teilte das Bildungsministerium am Freitag in Potsdam nach dem Stand von Donnerstag mit. Das ist mehr als das Doppelte im Vergleich zur vorherigen Woche, als es 1267 waren.

241 Lehrkräfte sind in der laufenden Woche positiv getestet worden, während in der Vorwoche 124 Lehrkräfte einen positiven Test hatten. Vier Schulen seien geschlossen, vor einer Woche waren zwei Schulen zu wegen Corona. 249 Lerngruppen sind in Quarantäne an den betroffenen Schulen - diese Zahl hat sich im Vergleich zur vorigen Woche mit 102 ebenfalls mehr als verdoppelt.

Angesichts dieser besorgniserregenden Entwicklung forderte der Brandenburger Hausärzteverband die Bürger auf, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. «Die Pandemie hat rasant wieder an Fahrt aufgenommen», sagte die Vorsitzende Karin Harre. «Besonders betroffen sind die Ungeimpften, so dass die ganze Gesellschaft aufgerufen ist, diese Menschen von einer Impfung zu überzeugen.» Nach Angaben des RKI sind erst 61,2 Prozent der Bevölkerung in Brandenburg vollständig geimpft. Damit liegt die Mark weiter vor Sachsen auf dem vorletzten Platz der Bundesländer.

Für die Auffrischungsimpfungen seien insbesondere die älteren und gefährdeten Patienten zu berücksichtigen, sagte Harre. Vordringlich seien Personen über 70 Jahre, Menschen mit relevanter Immunschwäche, alle Mitarbeiter im Gesundheitswesen und Menschen mit einer Johnson & Johnson-Impfung an der Reihe. In Brandenburg haben laut RKI erst 6,5 Prozent der über 60-Jährigen die Booster-Impfung. Das ist bundesweit der letzte Platz.

Grundsätzlich hätten alle Bürger, deren Grundimmunisierung mindestens sechs Monate zurückliege, einen Anspruch auf eine Auffrischung, sagte der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg, Peter Noack. Da sich der Impfschutz aber nur langsam abbaue, müsse nicht jeder genau nach sechs Monaten erneut geimpft werden. «Termine, die einige Wochen später liegen, sind medizinisch unproblematisch.»

Ab Montag gelten die neuen schärferen Corona-Regeln, die vor allem Beschränkungen für Ungeimpfte bringen. Der Brandenburger Branchenverband Dehoga reagierte entsetzt auf die neue Corona-Eindämmungsverordnung. Demnach dürfen nur Geimpfte oder Genesene Gaststätten und Hotels besuchen, ein negativer Corona-Test reicht nicht mehr aus. Ferienwohnungen sind nicht betroffen.

«Die neue Verordnung ist der verzweifelte Versuch, die Versäumnisse der Politik auf den letzten Metern zu lösen - mal wieder auf dem Rücken der Branche, die bisher schon die Hauptlast der Krise zu tragen hatte», sagte Dehoga-Hauptgeschäftsführer Olaf Lücke der Deutschen Presse-Agentur. Seit der Verkündung der Verordnung am Donnerstag gingen bei den Unternehmen Stornierungen von Betriebsfeiern und Übernachtungen «in Größenordnungen» ein.

© dpa-infocom GmbH

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