SPD-Fraktionschef Stohn greift designierten Nachfolger an

28.10.2021 Vor der Neuwahl des SPD-Fraktionsvorstands im Landtag hat Fraktionschef Erik Stohn seinen designierten Nachfolger Daniel Keller scharf angegriffen. «Man empfindet das schon als Verrat, wenn Menschen, die man sehr gefördert hat, einem dann in den Rücken fallen», sagte Stohn der «Märkischen Allgemeinen». Die SPD-Fraktion will am Donnerstag auf ihrer Klausur in Potsdam einen neuen Vorstand wählen. Stohn hatte Anfang Oktober angekündigt, bei der turnusmäßigen Wahl nicht wieder anzutreten und den Parlamentarischen Geschäftsführer Keller als Nachfolger vorgeschlagen.

Erik Stohn, SPD-Fraktionsvorsitzender, spricht im Landtag. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Stohn warf Keller nun vor, ihn rausgedrängt zu haben. Nachdem er vom Wahlkampf für die SPD bei der Bundestagswahl nach Potsdam zurückgekehrt sei, habe Keller ihm eröffnet, dass es bei den Vorstandswahlen neue Mehrheiten gebe «und dass es sich für mich nicht mehr lohnt, anzutreten», berichtete Stohn der Zeitung. «Ich wusste dass mein Parlamentarischer Geschäftsführer große Ambitionen hat, nur die aggressiv wahrnehmbare Ungeduld und das aus meiner Wahrnehmung rücksichtslose Beiseiteschieben, das schockierte mich.»

Brandenburgs Ministerpräsident und SPD-Landeschef Dietmar Woidke habe ihn gebeten, nicht zu einer Kampfkandidatur anzutreten, damit es nicht zur Spaltung der Fraktion komme, sagte Stohn. Er kündigte an, dass er neben seiner Arbeit als Landtagsabgeordneter verstärkt kommunalpolitisch aktiv sein wolle und sich um den SPD-Kreisvorsitz Teltow-Fläming bewerben wolle.

Die SPD-Fraktion hat für den Vormittag ein Statement der neuen Fraktionsspitze nach der Wahl angekündigt. Stohn war am Morgen zunächst nicht zu erreichen.

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