Wochenend-Proteste: Klima-Krise und soziale Gerechtigkeit

24.10.2021 Das Demo-Wochenende in Berlin stand im Zeichen von Klimakrise und sozialer Gerechtigkeit. Tausende demonstrierten zunächst am Freitag für eine bessere Klimapolitik. Es folgten weitere Kundgebungen sowie die Besetzung einer Baustelle.

Demonstrantinnen und Demonstranten laufen mit Musik und Transparenten über eine Brücke. Foto: Annette Riedl/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Tausende Menschen haben über das ganze Wochenende für eine bessere Klimapolitik und soziale Gerechtigkeit in Berlin demonstriert - einige von ihnen leisteten zu diesem Zweck zivilen Ungehorsam. Unter dem Bündnis «Gerechtigkeit Jetzt!» hatten rund 30 verschiedene Gruppen und Bewegungen zu unterschiedlichen Aktionen aufgerufen. Mit den Veranstaltungen will die Bewegung Druck machen bei den laufenden Koalitionsverhandlungen von SPD, Grünen und FDP auf Bundesebene.

Tausende Teilnehmende kamen zum Auftakt zum Klima-Protestmarsch von Fridays for Future, an dem sich in Berlin laut den Veranstaltern rund 20.000 Menschen beteiligten. Am Sonntag zogen Hunderte Menschen mit unterschiedlichen Anliegen durch Berlin-Mitte. Mobilisiert hatte das Bündnis «Solidarisch geht anders». Die Organisatoren sprachen von rund 1000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die Polizei nannte zunächst keine Zahlen. Angemeldet waren ursprünglich 500 Menschen.

Mit dabei hatten die Protestierenden einen selbstgebastelten Wagen in Form des Klimaziels «1,5°». Das Pariser Klimaabkommen definiert diese Gradzahl als Wert, um den sich die globale Temperatur aufgrund des menschengemachten Treibhausgasausstoßes maximal erwärmen darf. Daneben ging es den Protestierenden aber auch um Themen wie Afghanistan, Pflege-Krise und andere soziale Ungerechtigkeiten.

Am Vortag hatten Aktivistinnen und Aktivisten im Rahmen der Aktionstage einen Teil der Baustelle der A100 im Berliner Süden besetzt. Die Polizei begann nach einigen Stunden mit der Räumung der Baustelle. Zuvor hatte der Bau-Verantwortliche Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs gestellt.

Bis in die Nacht hinein verblieben laut Polizeiangaben viele der Protestierenden in Polizeigewahrsam, wo ihre Personalien aufgenommen wurden. Erst danach durften sie gehen. Einer Polizeisprecherin zufolge hatten sich einige von ihnen die Fingerkuppen verklebt, um die Abnahme von Fingerabdrücken schwerer zu machen. Mit der Aktion wollte das Bündnis auch auf die angespannte Wohnungslage in vielen Ballungsgebieten aufmerksam machen.

Im Laufe des Samstagnachmittags versammelten sich zudem Mitglieder der Tierrechtsbewegung «Animal Rebellion» zu einer weiteren Protestaktion vor der Parteizentrale der Grünen in Berlin-Mitte. Mit einer Gitterkonstruktion blockierten sie den Eingang zum Gebäude. Fenster klebten sie mit gelbem Absperrband ab. Sie schwenkten Fahnen und riefen unter anderem dazu auf, die «Tierindustrie» zu «entmachten». Auch auf einem Balkon des Gebäudes hielten sich Bildern in den sozialen Medien zufolge Protestierende auf.

Dem Bündnis «Gerechtigkeit Jetzt!» gehören mehr als 30 soziale Bewegungen an. Zu deren Themen gehören Mietenpolitik, Agrarreformen, Klimagerechtigkeit oder Rassismus.

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