Chef der Ausländerbehörde: Fehler von 2015 nicht wiederholen

20.10.2021 Die Zahl der Geflüchteten in der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Brandenburg wächst rasant. Im Vergleich zu den vergangenen drei Jahren habe sich die Zahl der Migranten verzehnfacht, berichtete Olaf Jansen, Leiter der Zentralen Ausländerbehörde in Eisenhüttenstadt am Mittwoch. Statt durchschnittlich 300 Menschen monatlich seien im September 1500 Geflüchtete aufgenommen worden, für Oktober rechnete er mit 3500 Migranten. «Von einem Belegungsnotstand sind wir aber weit weg», betonte Jansen. Die Geflüchteten kommen größtenteils aus dem Irak und Afghanistan, aber auch aus Syrien und Jemen.

Die Hand eines Flüchtlings ist an einem Zaun der Zentralen Erstaufnahmeeinrichtung. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Tausende Menschen sind seit dem Sommer über Belarus und Polen unerlaubt nach Deutschland gekommen. Hintergrund der neuen Fluchtroute ist ein geopolitischer Konflikt. Im Mai kündigte der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko als Reaktion auf EU-Sanktionen an, künftig Migranten in Richtung EU nicht mehr aufzuhalten.

Derzeit sind in der Einrichtung in Eisenhüttenstadt Jansen zufolge 1500 Menschen untergebracht, Platz sei für 2000. An allen Standorten der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes könnten insgesamt 4000 Geflüchtete untergebracht werden.

Notfallpläne seien schnell aktiviert und der Verwaltungsprozess beschleunigt worden, erläuterte Jansen die Bewältigung der hohen Zahl von Geflüchteten. «Es ist sehr wichtig, dass wir die Fehler von 2015 nicht wiederholen». Damals waren die Menschen zunächst ohne Registrierung auf die Länder verteilt worden. Jetzt würden die Ankommenden sofort auf Corona getestet und anschließend von der Bundespolizei erkennungsdienstlich behandelt. Danach werden die Menschen versorgt und dann auf die Bundesländer weiter verteilt. Ein Teil bleibe in Brandenburg, erklärte Jansen.

Derzeit sind 48 Geflüchtete in der Einrichtung positiv auf das Coronavirus getestet worden, 43 seien als Kontaktpersonen ausgemacht worden. Alle befinden sich in einem extra Gebäude in Quarantäne.

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