Cottbuser Oberbürgermeister Kelch tritt nicht mehr an

12.10.2021 Nach einer Amtszeit als Stadtoberhaupt von Cottbus will sich der Christdemokrat Kelch zurückziehen. Grund dafür sei insbesondere seine angeschlagene Gesundheit, sagt der 54-Jährige.

Holger Kelch (CDU), Oberbürgermeister von Cottbus. Foto: Paul Zinken/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Cottbuser Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) will bei der Wahl im kommenden Jahr nicht mehr antreten. Als Grund habe Kelch insbesondere gesundheitliche Gründe genannt, sagte Stadtsprecher Jan Gloßmann am Dienstag. Der 54-Jährige habe sich im vergangenen Jahr mehreren Augen-Operationen unterziehen müssen. Kelch habe erklärt, eine Stadt im Aufbruch brauche einen OB im Vollbesitz seiner Kräfte, berichtete Gloßmann. Dies sei angesichts seiner angeschlagenen Gesundheit nicht gesichert. Daher habe Kelch frühzeitig angekündigt, nicht erneut zu kandidieren.

Als weiteren Grund habe Kelch genannt, dass sich die Akzeptanz und der Respekt vor dem Amt in der Öffentlichkeit zum Schlechteren hin geändert hätten, berichtete Gloßmann. Der 54-Jährige habe aber zugesagt, sich im verbleibenden Amtsjahr weiterhin voll für den weiteren Strukturwandel in der Lausitz einzusetzen.

Kelch war im September 2014 als Nachfolger von Frank Szymanski (SPD) zum Oberbürgermeister von Cottbus gewählt worden. Zuvor war er in Cottbus von 2002 bis 2007 Beigeordneter und anschließend Bürgermeister. Die Amtszeit von Oberbürgermeistern und Landräten in Brandenburg beträgt acht Jahre und endet im Fall von Kelch am 30. November 2022. Die Neuwahl zur Nachfolge werde voraussichtlich im September stattfinden, sagte Gloßmann.

Kelch war im vergangenen Jahr in die Kritik geraten, weil er bereits Anfang Januar vorzeitig eine Corona-Impfung erhalten hatte. Ein Ermittlungsverfahren der zuständigen Staatsanwaltschaft Neuruppin wegen des Anfangsverdachts der Vorteilsannahme wurde aber eingestellt. Kelch habe die Impfung nach einem Aufruf der Ärzte auf der Suche nach Freiwilligen erhalten, sagte Oberstaatsanwalt Frank Winter. Der Impfstoff hätte sonst entsorgt werden müssen.

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