Polizei in Rigaer Straße angegriffen: Gewerkschaft warnt

12.10.2021 Bei Löscharbeiten in der Rigaer Straße sind in der Nacht Einsatzkräfte mit Steinen angegriffen worden. Verletzt wurde niemand. Die Gewerkschaft der Polizei warnt vor weiteren Aktionen in den kommenden Tagen.

Ein Blaulicht leuchtet auf dem Dach einer Polizeistreife. Foto: Lino Mirgeler/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bei polizeilich abgesicherten Löscharbeiten an der Rigaer Straße in Berlin-Friedrichshain sind in der vergangenen Nacht Einsatzkräfte mit Steinen beworfen worden. Die Brocken seien an der Ecke Liebigstraße von den Dächern geflogen, als ein Einsatzwagen plötzlich aufgrund zwischen zwei Straßenschildern gespannter durchsichtiger Folie bremsen musste, teilte die Polizei mit. Verletzt wurde niemand, jedoch trafen acht Steine den Polizeiwagen. Ermittelt wird nun wegen des Verdachts des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr. Zudem werde geprüft, ob der Vorfall im Zusammenhang mit einem bevorstehenden Einsatz steht.

Gemeint ist damit die für Freitag angekündigte Räumung des linksalternativen Bauwagencamps «Köpi-Platz» in Berlin-Mitte. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) übt an der Aktion aus der Nacht schwere Kritik. «Wir haben in der Nacht schwerste extremistische Straftaten erlebt, bei denen von den Verantwortlichen mitunter ein direkter Bezug zur Köpi hergestellt wurde. Wer Steine auf Menschen wirft, nimmt schwerste Verletzungen und selbst den Tod von ihnen billigend in Kauf», sagte Benjamin Jendro, Sprecher der GdP-Berlin. In den nächsten Tagen erwarte er weitere dezentrale und absolut sinnfreie Aktionen, in denen Sachen zerstört und ohne Rücksicht auf Verluste Menschenleben gefährdet werden könnten.

Gerufen wurde die Feuerwehr in der Nacht wegen brennender Reifen. Gelöscht werden konnten diese nur unter Polizeischutz, wie es von den Beamten hieß. In der «Rigaer 94» war in der vergangenen Woche ein teilbesetztes Haus von der Polizei durchsucht worden. Der Gebäudekomplex gilt als Symbol der linksradikalen Szene. Immer wieder kommt es dort zu gewaltsamen Zusammenstößen mit der Polizei.

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