Verdacht auf Erpressung: Zwei Männer auf der Anklagebank

01.10.2021 Weil sie einen Mann aus ihrem Bekanntenkreis erpresst und mehr als 15 000 Euro erbeutet haben sollen, stehen zwei 31- und 33-Jährige vor dem Berliner Landgericht. Die Angeklagten sollen das Opfer unter Pseudonymen über einen Messengerdienst in 13 Fällen zu Zahlungen aufgefordert haben. Dabei hätten sie mit Repressalien gedroht. Zudem sollen sie den Mann zur Teilnahme an einen Banküberfall bewegt haben. Einer der Angeklagten hat zu Prozessbeginn am Freitag seine Beteiligung an dem Überfall zugegeben. Der zweite Angeklagte schwieg. 

Eine Statue der Justitia steht unter freiem Himmel. Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die beiden 31- und 33-Jährigen hätten im April 2020 den Entschluss gefasst, ihren Bekannten «durch Schaffung eines Bedrohungsszenarios aus dem Bereich der organisierten Kriminalität» über einen Messengerdienst anonym zur Herausgabe von Geld zu zwingen, so die Anklage. Wegen angedrohter Gewalt habe der 43-Jährige über Monate hinweg immer wieder gezahlt. Im August 2020 hätten sie ihren Bekannten einen Banküberfall «schmackhaft» gemacht. Sie hätten ihn wegen der durch sie herbeigeführten finanziellen Notlage für die Tatausführung empfänglich gehalten. 

Der 43-Jährige hatte im September 2020 in Berlin-Friedrichshain Angestellte einer Bank mit einer Schreckschusswaffe und einer angeblichen Bombe in einem Rucksack bedroht. Er erbeutete 5000 Euro, wurde allerdings nach kurzer Flucht mit dem Geld gefasst. Der geständige 43-Jährige wurde bereits in einem früheren Prozess zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. 

Der 31-jährige Angeklagte erklärte weiter, er habe mit der Erpressung des Bekannten nichts zu tun. Im Fall des Banküberfalls sei er unter anderem an der Planung beteiligt gewesen. Er habe jedoch nicht gewusst, dass eine Waffe oder eine Bomben-Attrappe eingesetzt werden sollte. Der Prozess geht am 5. Oktober weiter. 

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