AfD-Fraktionschef zeigt sich unzufrieden über Wahlausgang

28.09.2021 Brandenburgs AfD-Fraktionschef Hans-Christoph Berndt hat sich nach der Bundestagswahl unzufrieden über das Abschneiden seiner Partei im Land gezeigt. «Wir wollen etwas ändern und dann müssen wir noch gewaltig zulegen», sagte Berndt am Dienstag in Potsdam. «Ich habe auch wahrgenommen, dass wir mit 18,1 Prozent in Brandenburg der schlechteste der (AfD-)Ostverbände sind. Das bedeutet, dass wir uns natürlich Fragen stellen hier auch in Brandenburg: Was ist eigentlich nicht gut gelaufen?»

AfD-Fraktionsvorsitzender Hans-Christoph Berndt spricht im Brandenburger Landtag. Foto: Carsten Koall/dpa/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der AfD-Fraktionschef forderte eine Diskussion im Landesverband über den Wahlkampf und das Personal. «Ich glaube, wir haben keinen optimalen Wahlkampf geführt», sagte Berndt. «Wir müssen uns auch Gedanken machen über die Professionalität und unser Auftreten.» Nur einen positiven Aspekt hatte Berndt: «Wir haben ein wetterfestes Potenzial an Wählern.»

Die AfD holte bei der Bundestagswahl in Brandenburg 18,1 Prozent der Zweitstimmen und kam damit auf Platz zwei hinter der SPD - das sind 2,1 Prozentpunkte weniger als vor vier Jahren. Sie gewann keine Direktmandate, auch wenn die SPD im Wahlkreis Elbe-Elster - Oberspreewald-Lausitz II nur knapp siegte. Die AfD war in Sachsen und Thüringen stärkste Kraft geworden. In Sachsen gewann die AfD 10 von 16 Direktmandaten, in Thüringen 4 von 8 und in Sachsen-Anhalt 2 von 9 Wahlkreisen.

Die stellvertretende Brandenburger AfD-Landesvorsitzende Birgit Bessin hatte am Montag eine eher positive Bilanz gezogen. Wie vor vier Jahren kämen fünf AfD-Abgeordnete aus Brandenburg in den Bundestag, ein Direktmandat sei allerdings nicht errungen worden. Die AfD habe sich aber stabilisiert, die Partei sei zusammengewachsen.

Die AfD Brandenburg hat derzeit keinen Landesvorsitzenden, seit Andreas Kalbitz nicht mehr an der Spitze ist. Das Bundesschiedsgericht hatte die Annullierung seiner Mitgliedschaft durch den Bundesvorstand bestätigt. Kalbitz soll frühere Mitgliedschaften bei den Republikanern und der inzwischen verbotenen «Heimattreuen Deutschen Jugend» verschwiegen haben. Die AfD will demnächst eine neue Spitze wählen. Sie war 2020 vom Landesverfassungsschutz als rechtsextremistischer Verdachtsfall eingestuft worden.

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