Vor Stichwahl in Spremberg: Parteilose und AfD mobilisieren

27.09.2021 Vor der Stichwahl um das Bürgermeisteramt in Spremberg (Spree-Neiße) haben Amtsinhaberin Christine Herntier (parteilos) und ihr AfD-Herausforderer Michael Hanko die Bürger zum nochmaligen Gang an die Wahlurne aufgerufen. Herntier lobte die sehr gute Wahlbeteiligung von 75,1 Prozent am vergangenen Sonntag. Das zeige, dass es den Bürgerinnen und Bürgern «sehr, sehr wichtig» sei, wer das Amt des Stadtoberhauptes die kommenden acht Jahre bekleide, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Sie blicke nun «konzentriert» auf die bevorstehende Stichwahl. Diese soll in knapp zwei Wochen (10. Oktober) sein.

Christine Herntier (parteilos), Bürgermeisterin von Spremberg. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentraqlbild/dpa/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Hanko zeigte sich vor der Stichwahl zuversichtlich. «Wichtig ist es, unser Wählerpotenzial wieder zu animieren, nochmal an die Wahlurne zu gehen», betonte er. Das sei bei einer Stichwahl etwas schwieriger, weil die Beteiligung häufig geringer sei.

Herntier hatte sich bei der Bürgermeisterwahl am Sonntag vor AfD-Herausforderer Michael Hanko behauptet, aber die notwendige Mehrheit knapp verfehlt. Sie erhielt 49,7 Prozent der Stimmen, Hanko kam auf 34,4 Prozent. Für die Bürgermeisterwahl ist eine absolute Mehrheit notwendig. SPD-Bewerber Dirk Süßmilch erhielt 15,8 Prozent.

Der kommissarische SPD-Generalsekretär David Kolesnyk sagte am Montag: «In Spremberg ist auch ganz klar, dass Frau Herntier natürlich jetzt die Unterstützung der SPD hat für die Stichwahl, dass dort selbstverständlich eine Demokratin auch weiter Bürgermeisterin ist.»

Herntier war Vertreterin der Lausitz-Kommunen in der Kohlekommission und ist seit 2014 parteiloses Stadtoberhaupt von Spremberg. Es gehe den Einwohnern vor allem um neue Arbeitsplätze, aber auch darum, junge Familien in der Stadt zu halten, sagte sie. Auch die Mobilität auf dem Land sei Thema. In den kommenden zwei Wochen wolle sie die Gelegenheit nutzen, darüber weiter mit Bürgern ins Gespräch kommen.

Hanko sitzt seit dem Jahr 2019 für die AfD im Brandenburger Landtag. Er sieht den Zusammenhalt in der Stadt als eines der wichtigsten Themen. Vor allem die Verwaltung der Stadt müsse lösungsorientierter arbeiten. Die Wahl habe gezeigt, wo die Fronten verhärtet seien.

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