SPD stärkste Kraft bei Bundestagswahl in Berlin

27.09.2021 Gemessen an den Zahlen stimmten die Berliner bei der Wahl zum Bundestag ähnlich ab wie bei der Abgeordnetenhauswahl. Von den namhaften Bewerbern schafften es einige direkt in den Bundestag - die Grünen legten deutlich zu, anders als die Linke.

Das Logo der SPD ist zu sehen. Foto: Christoph Schmidt/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bei der Bundestagswahl ist die SPD stärkste Kraft in Berlin geworden. Die Sozialdemokraten erzielten am Sonntag laut dem vorläufigen Endergebnis 23,5 Prozent der Stimmen und verwiesen die Grünen mit 22,4 Prozent auf Platz zwei. Die CDU landete nach Angaben der Landeswahlleitung mit 15,9 Prozent, dem schlechtesten Ergebnis seit der Wiedervereinigung, auf dem dritten Platz. Dahinter folgten die Linke mit 11,4 Prozent, die FDP mit 9,1 Prozent und die AfD mit 8,4 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 75,1 Prozent.

Ähnlich wie im Bund fiel die CDU deutlich hinter ihr Ergebnis von 2017 zurück, als die Christdemokraten noch 22,7 Prozent erreichten. Die SPD legte im Vergleich zu 2017 hingegen klar zu. Noch deutlicher war der Zugewinn für die Grünen mit knapp 10 Prozentpunkten. Sie kamen so erstmals seit der Wiedervereinigung auf mehr als 20 Prozent in Berlin.

Die Linke gewann am Sonntag nur zwei ihrer bisher vier Berliner Wahlkreise. Der frühere Linke-Fraktionsvorsitzende Gregor Gysi war als Direktkandidat in Treptow-Köpenick mit 35,4 Prozent erfolgreich. Gysi schlug die frühere Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein, die für die CDU antrat und auf 13,5 Prozent der Erststimmen kam. In Lichtenberg gewann die langjährige Linke-Abgeordnete Gesine Lötzsch mit 25,8 Prozent.

Bundestags-Vizepräsidentin Petra Pau unterlag hingegen im Wahlkreis Marzahn-Hellersdorf mit 21,9 Prozent dem CDU-Kandidaten und früheren Sozialsenator Mario Czaja, der 29,4 Prozent erreichte. Im Wahlkreis Tempelhof-Schöneberg gewann der frühere Juso-Chef Kevin Kühnert das Direktmandat für die SPD, der bisherige Regierende Bürgermeister Michael Müller setzte sich in Charlottenburg-Wilmersdorf durch.

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