Brandenburger geben Stimmen ab: Briefwähler-Anteil hoch

26.09.2021 Brandenburger wählen den Bundestag, jedoch diesmal mehr per Briefwahl. Gespannt wird auf den Potsdamer Wahlkreis geschaut, wo sich eine Kanzlerkandidatin und ein Kanzlerkandidat um ein Direktmandat bewerben.

Ein Wählerin sitzt im Wahllokal mit ihrem Stimmzettel in der Wahlkabine. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

In Brandenburg haben bislang 34,4 Prozent der rund zwei Millionen Wahlberechtigten (Stand: 14.00 Uhr) am Sonntag ihre Stimme in den Wahllokalen abgegeben. Bei der Bundestagswahl 2017 habe die Wahlbeteiligung zu diesem Zeitpunkt bei 38,3 Prozent gelegen, teilte Landeswahlleiter Bruno Küpper mit. Die Briefwähler seien dabei aber nicht eingerechnet.

Bis Freitag hatten etwa 569 600 Wahlberechtigte Briefwahlunterlagen beantragt. 2017 hatten etwa 325 000 Wähler im Land ihre Stimme per Brief abgegeben. Die, die noch nicht gewählt haben, sollten auf ihr Wahlrecht nicht verzichten, sagte Küpper. «Jede abgegebene Stimme ist wichtig.»

Es habe im Zusammenhang mit der Stimmabgabe keine besonderen Vorkommnisse gegeben, sagte eine Polizeisprecherin auf Anfrage. In einigen Wahllokalen herrschte nach dpa-Informationen zeitweise Andrang.

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz appellierte noch einmal an die Bürger, für ein starkes Ergebnis der SPD zur Wahl zu gehen. «Damit die Bürgerinnen und Bürger mir den Auftrag geben, der nächste Kanzler der Bundesrepublik Deutschland zu werden», sagte er in Potsdam nach der Stimmabgabe mit seiner Frau Britta Ernst, der Brandenburger Bildungsministerin. Er hoffe, dass die Menschen ihre Stimme abgeben und damit möglich machen, «was sich abgezeichnet hat, dass es ein sehr starkes Ergebnis gibt», sagte Scholz.

Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock sagte nach der Stimmabgabe, dass sie auf ein besseres Ergebnis für ihre Partei als in den Meinungsumfragen hoffe. «Es wird auf jede Stimme ankommen bei dieser Wahl, das haben wir ja in den letzten Wochen gesehen, wie Spitz auf Knopf es gehen wird», sagte die Grünen-Vorsitzende in ihrem Wahllokal. «Wir erhoffen uns natürlich noch ein paar Stimmen mehr mit Blick auf die Umfrageergebnisse, damit wir einen echten Aufbruch in diesem Land schaffen können.»

In dem spannenden Potsdamer Wahlkreis 61 bewerben sich neben Scholz und Baerbock auch die Ex-Landesvorsitzende der CDU, Saskia Ludwig, die frühere FDP-Generalsekretärin Linda Teuteberg und der Linke-Bundestagsabgeordnete Norbert Müller.

Bei der Sonntagsfrage zur Bundestagswahl im Brandenburg-Trend von Infratest dimap für den rbb lag die SPD Anfang September mit 29 Prozent vorn. Dahinter kamen AfD (18 Prozent), CDU (15 Prozent), Linke (11 Prozent), Grüne und FDP (je 9 Prozent) und Freie Wähler (4 Prozent).

Vor vier Jahren holte die CDU 26,7 Prozent der Zweitstimmen in Brandenburg, gefolgt von der AfD mit 20,2 Prozent. Die SPD, die seit 1990 im Land mit wechselnden Partnern regiert, landete mit 17,6 Prozent auf dem dritten Platz. Die FDP erreichte 7,1 Prozent, die Grünen lagen bei 5,0 Prozent.

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