«Hertha kein chemisches Labor»: Fünferkette bleibt

23.09.2021 Die zuletzt zwei Siege in Folge geben Hertha-Trainer Dardai trotz großer Personalsorgen Hoffnung. An der taktischen Ausrichtung rüttelt der Ungar dabei nicht.

Trainer Pal Dardai. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Ohne Punkte nach drei Spieltagen, sechs Punkte nach fünf Partien: Fußball-Bundesligist Hertha BSC will bis zur nächsten Länderspielpause Anfang Oktober eine erste Saisonbilanz ziehen. «Wenn wir die nächsten zwei Spiele Punkte sammeln, dann ist es ein ordentlicher Start. Und dann haben wir wieder Zeit für die nächsten Schritte», sagte Hertha-Trainer Pal Dardai auf einer Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel am Samstag bei RB Leipzig (15.30 Uhr/Sky) und der Heimpartie gegen den SC Freiburg eine Woche später.

Allerdings hängen für die Berliner die Trauben in Leipzig sehr hoch, auch wenn der Gegner nach fünf Spieltagen mit vier Zählern den schlechtesten Saisonstart seiner jungen Bundesligageschichte verzeichnet. In den bisherigen zehn Begegnungen gegen die Messestädter konnten die Berliner gerade einmal jeweils einen Sieg - immerhin in Unterzahl - und ein Remis erkämpfen bei acht zum Teil heftigen Niederlagen.

Und Dardai muss am Samstagnachmittag vor allem in der Abwehr umstellen. Neben Kapitän Dedryck Boyata und Jordan Torunarigha fehlt auch der mittlerweile an der Schulter operierte Lukas Klünter in der Abwehr. Um den Ausfall der Verteidiger aufzufangen, hat der Trainer den 27 Jahre alten Cimo Röcker sowie den 19-jährigen Christalino Atemona aus der U23 zu den Profis hochgezogen. «Einen müssen wir bestimmt mitnehmen, vielleicht sogar zwei. Es ist eine spezielle Situation, da müssen wir improvisieren», sagte Dardai.

Zur Not könne aber auch Mittelfeldspieler Lucas Tousart in die Innenverteidigung ziehen. «Luca ist vorbereitet. Er hat die nötige Schnelligkeit, seine 30-Meter-Sprintwerte sind auf internationalem Niveau, dazu hat er die nötige Zweikampfführung und Passschärfe», sagte Dardai.

Auf Sportdirektor Arne Friedrich wird Dardai dabei nicht zurückgreifen. Der ehemalige Nationalmannschaftsverteidiger halte sich zwar seit eineinhalb Jahren fit, aber die Aufstellung liege in den Händen des Trainers, scherzte der 42-Jährige. Friedrich sehe aber die Personalsorgen auch als «Chance für Nachwuchsleute», wie jetzt Linus Gechter. Der 17 Jahre alte Abwehrspieler hatte bei den Siegen über die Aufsteiger Bochum und Fürth gute Leistungen gezeigt und könnte am Samstag neben Niklas Stark in der Startelf stehen. «Das Trainerteam zeigt Mut mit jungen Spielern. Der Kader ist groß genug, wir haben eine tolle Jugendabteilung. Das ist eine große Qualität, die wir bei Hertha haben», sagte Friedrich.

Klar ist, dass Dardai das Abwehr-System nicht verändern wird. «Die Jungens fühlen sich in einer Fünferkette sicherer, damit haben wir jetzt zwei Spiele gewonnen. Solange das funktioniert, werden wir mit einer Fünferkette spielen», sagte Dardai, der erst in einem nächsten Schritt die Viererkette ins Visier nimmt. «Wir hatten in der Vorbereitung nur sechs Wochen, um die Fünferkette einzuüben, jetzt können wir nicht experimentieren. Hertha BSC ist kein chemisches Labor, wo die weißen Mäuse getestet werden können.»

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