Woidke: Geschlossenheit sorgt für gestiegene Umfragewerte

18.09.2021 Brandenburgs Regierungschef und SPD-Landesvorsitzender Woidke setzt bis zur Bundestagswahl auf einen Vorteil der Sozialdemokraten - das könnte die Bildung möglicher Koalitionen erleichtern. Woidke sagt, warum die SPD aus seiner Sicht in Umfragen die Nase vorn hat.

Dietmar Woidke (SPD), Ministerpräsident von Brandenburg, spricht während des Interviews. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke hofft mit Blick auf mögliche Koalitionen auf einen Endspurt bis zur Bundestagswahl zugunsten der SPD. «Je stärker die SPD ist, umso besser wird sie ihre Ziele mit Olaf Scholz als Kanzler umsetzen können», sagte der SPD-Landesvorsitzende der Deutschen Presse-Agentur in Potsdam. Am 26. September wird ein neuer Bundestag gewählt. In den jüngsten Umfragen liegt die SPD bei 25 bis 26 Prozent vor der Union mit 20 bis 22 Prozent, gefolgt von den Grünen mit 15 bis 17 Prozent.

Woidke führt die gestiegenen Umfragewerte für die SPD auf den Kandidaten, auf die Einigkeit in der Partei und auf die Themen im Wahlkampf zurück. Olaf Scholz sei ein Kanzlerkandidat mit großer Erfahrung, «der zurecht das Vertrauen vieler Menschen in Deutschland hat», sagte der SPD-Landeschef. «Und wir sind eine sehr geschlossene Partei. Die SPD steht hinter Olaf Scholz und unterstützt ihn nach Kräften.» Die Union wirft der SPD vor, mit Scholz ein trojanisches Pferd der Parteilinken ins Rennen zu schicken.

Woidke hält außerdem die Themen im SPD-Wahlkampf für treffend. «Die Themen, die wir ansprechen, sind die Themen, die die Menschen beschäftigen», sagte Woidke. «Es geht um sichere Rente, einen Mindestlohn von 12 Euro und um klimaneutrale Wirtschaft.» Er wandte sich dagegen, das Thema Klimaschutz mit Verboten zu verbinden. «Also Klimaneutralität, die mit Wohlstand und Arbeitsplätzen verbunden ist», sagte Woidke.

Der Regierungschef wollte sich nicht zu möglichen Koalitionsoptionen nach der Bundestagswahl äußern. Er führt in Brandenburg eine rot-schwarz-grüne Koalition. Sein Bündnis bezeichnet er trotz des Vorwurfs der Grünen nach mangelnder Teamfähigkeit der SPD als stabil. «Wir haben es gerade geschafft, einen Haushalt auch in schwierigen Zeiten im Kabinett zu beschließen und gemeinsam vorzustellen», sagte er. «Insgesamt ist die Regierung sehr stabil, wir arbeiten gut miteinander. (...) Wir kommen auch menschlich gut miteinander aus.» Es sei nichts Neues, dass ein Wahlkampf die Gemüter auch mal erhitze.

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