Dardai erfolgreich als Pädagoge: Ekkelenkamp löst Blockade

18.09.2021 Glücklich ist Jurgen Ekkelenkamp zunächst nicht, als er gegen Fürth auf die Bank musste. Doch nicht nur das Tor-Blitz-Debüt zeigt: Der junge Niederländer, der bei Ajax Amsterdam lernte, kann bei Hertha eine Bereicherung werden. Trainer Dardai bleibt noch ganz Pädagoge.

Cheftrainer Pal Dardai von Hertha an der Seitenlinie. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Erst sträubte sich Pal Dardai ein wenig, über den Tore-Joker und Matchwinner zu sprechen. Doch das Glänzen in den Augen des Hertha-Trainers verriet, schon nach ganz kurzer Zeit hat Jurgen Ekkelenkamp den Ungarn überzeugt und begeistert. «Gleich nach dem ersten Training habe ich gesagt: Er ist ein exzellenter Fußballer», berichtete Dardai am späten Freitagabend.

Bei seinem Bundesliga-Debüt für den um Stabilität ringenden Berliner Fußball-Bundesligisten brauchte der 21 Jahre junge Ekkelenkamp ganze 87 Sekunden, um dem Spiel gegen Aufsteiger Greuther Fürth die entscheidende Wende zu geben. «Es fühlt sich gut an, ich bin sehr froh», sagte der Niederländer noch ein wenig schüchtern.

Erst nach einer Stunde hatte Dardai den Neuzugang von Ajax Amsterdam zum Start des 5. Liga-Spieltages auf den Rasen gelassen. Was Ekkelenkamp gar nicht begeisterte: «Ich war nicht sehr froh, auf der Bank zu sitzen», gestand der Neue. Denn er wählte den Weg nach Berlin, um gerade das Kapitel Ersatzspieler zu beenden. Bei Ajax hatte er 2017 schon als 17-Jähriger in der 1. Liga debütiert, doch seitdem kam er nur zu 25 Spielen in der Eredivisie, einem Einsatz in der Europa League und zwei Minuten in der Champions League.

«Es gab die Überlegung, Jurgen von Anfang an spielen zu lassen. Aber man muss pädagogisch handeln», erklärte Dardai nach dem zweiten Liga-Sieg seiner Hertha in der neuen Saison nacheinander. «Wir müssen ihn noch formen.» Und die ebenfalls eingewechselten Offensivkräfte Marco Richter und Davie Selke seien gegen die Spielvereinigung ebenso gefährlich gewesen, meinte der Hertha-Coach.

Der entscheidende Mann für die Wende nach dem Rückstand durch das Elfmeter-Tor von Branimir Hrgota (57.) war jedoch Ekkelenkamp. «Jetzt war der richtig Moment», sagte Dardai zu der Einwechslung und schloss an: «Wir werden mit ihm noch viel Freude haben.»

Den Ausgleich besorgte Ekkelenkamp per Kopf (61. Minute). Vor dem Siegtor attackierte der Neuzugang Fürths Abwehrmann Maximilian Bauer so energisch, dass dieser den Ball ins eigene Tor beförderte (79.). Ekkelenkamp fragte am Schluss nochmal nach, ob das zweite Tor auch seins war. Am Ende aber war es egal: «Ich will dem Team helfen - mit Toren und Vorbereitungen», beschrieb er seine Rolle.

Dardai ist froh, dass sich der talentierte Offensivspieler für den Wechsel zu Hertha entschieden hat: «Er wurde uns angeboten, es hat ziemlich lange gedauert», berichtete er.

«Die Blockade muss weg», hatte Dardai in der Halbzeitpause seinen Profis eingeimpft und gefordert: «Bitte fangt an, Fußball zu spielen, mutig, mit mehr Risiko.» Das gelang und begeisterte die 21 372 im Olympiastadion. «Danach war einfach Gänsehaut, wie die Jungs mit dem Ball umgegangen sind», bemerkte Dardai - vor allem dank Hertha-Neuling Ekkelenkamp.

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