Regierung an Hungerstreikende: Nicht selbst gefährden

15.09.2021 Die Bundesregierung hat an die Beteiligten des Klima-Hungerstreiks in Berlin appelliert, ihre Gesundheit nicht zu gefährden. «Da macht man sich dann schon Sorgen», sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin. «In der politischen Debatte um den Klimaschutz, die die wichtigste ist, die wir haben (...), ist jeder Vorschlag willkommen, jeder Ansatz, aber bitte, ohne sich selbst dabei zu gefährden», fügte er hinzu.

Lina Eichler (r) und Mephisto sitzen vor den Zelten ihres Protestcamps im Regierungsviertel. Foto: Kay Nietfeld/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Seibert wünschte dem 27-jährigen Teilnehmer der Aktion, der am Dienstag nach mehr als zwei Wochen Hungerstreik in ein Berliner Krankenhaus gebracht worden war, gute Besserung. Nach Angaben der Organisatoren war er ohnmächtig geworden und über einige Zeit nicht ansprechbar. Nach seiner Entlassung aus der Klinik teilte der junge Mann am Mittwochnachmittag bei einer Pressekonferenz mit, er werde den Hungerstreik fortsetzen.

Die Aktivisten lehnten ein Angebot der drei Kanzlerkandidaten - Armin Laschet (CDU), Olaf Scholz (SPD) und Annalena Baerbock (Grüne) - zu Einzelgesprächen nach der Wahl ab. Entscheidend sei ein ehrlicher öffentlicher Austausch über die Klimakrise im Wahlkampf, sagte Sprecherin Hannah Lübbert. Dafür habe man die drei Kandidaten nun für den 23. September um 19.00 Uhr eingeladen. Der Hungerstreik gehe so lange weiter, bis alle drei zugesagt hätten. Die zweite Forderung der Teilnehmer ist die Einrichtung eines Bürgerrats, der über Sofortmaßnahmen gegen den Klimawandel entscheiden soll.

Die Beteiligten leben in einem Camp in der Nähe des Reichstagsgebäudes. Von ursprünglich sieben Hungernden hatte eine junge Frau vergangene Woche aus gesundheitlichen Gründen aufgegeben.

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