Streiks an landeseigenen Kliniken Vivantes und Charité

09.09.2021 Noch am Mittwoch wurde verhandelt - nun gibt es Streik. Bei den landeseigenen Kliniken Vivantes und Charité haben die Pflegebeschäftigten mit dem unbefristeten Arbeitskampf begonnen. Hochfahren werde die Gewerkschaft aber erst ab Montag.

"Keine Profite mit der Pflege" steht auf dem Transparent vor dem Bettenhaus der Charité. Foto: Paul Zinken/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Pflegerinnen und Pfleger sind an den landeseigenen Kliniken Vivantes und Charité wie angekündigt in einen unbefristeten Streik getreten. Bei Vivantes hat zudem auch das bei den Unternehmenstöchtern beschäftigte Service-Personal die Arbeit niedergelegt. «Der Streik wird deutliche Auswirkungen auf die betrieblichen Abläufe haben», sagte Verdi-Verhandlungsführerin Meike Jäger am Donnerstag. Deutlich drastischer äußerte sich am Nachmittag die Vivantes-Leitung, die mit erheblichen Einschränkungen bei der Krankenversorgung rechne.

«Die Streikmaßnahmen von Verdi haben ein für uns noch nie da gewesenes Ausmaß angenommen, auch weil unklar ist, wie lange sie andauern werden», sagte der Geschäftsführer des Klinikmanagements, Johannes Danckert, am Donnerstag in Berlin.

Bis kommende Woche müssten demnach 30 Normalstationen sowie drei Intensivbereiche und insgesamt 1000 Betten schließen. Die Charité äußerte sich am Donnerstag zunächst nicht zu den Streiks. Danckert sprach von einer akuten Gefährdung von Patienten, was Verdi zurückwies.

Verhandlungsführerin Jäger sagte, dass am Donnerstag noch kein einziges Bett aufgrund des Streiks geschlossen werden müsste. Erst ab Montag würden in größerem Umfang Stationen und Betten gesperrt - allerdings über die diversen Vivantes-Standorte hinweg. «Wir stellen jedoch sicher, dass es nicht zu einer Gefährdung von Patientinnen und Patienten führt wird», hieß es.

Die Pflegerinnen und Pfleger streiken bei beiden Einrichtungen für einen Entlastungstarifvertrag. Bei den Vivantes-Töchtern geht es ebenfalls um bessere Arbeitsbedingungen sowie ums Geld. Vivantes und Verdi waren zuletzt am Mittwochnachmittag zu Verhandlungen zusammen gekommen. Eine weitere Runde am Donnerstag hatte die Klinik aufgrund des Streiks abgesagt.

Bereits am Montag hatte Vivantes ein Modell für mehr Entlastung vorgestellt. Es sieht unter anderem vor, dass Leistung künftig dem Personal folgen soll. «Wir würden dann nur noch so viel Leistung erbringen, wie wir auch gemeinsam mit Verdi vereinbartes Personal in den Kliniken haben», sagte Vivantes-Personalchefin Dorothea Schmidt am Donnerstag. Die Gewerkschaft wiederum sprach am Donnerstag davon, dass ein substanzielles Angebot nach wie vor fehle. Verdi äußerte sich unter der Woche aber skeptisch, wie lange ein solches Vorhaben durchgehalten werden könne. Der Vorschlag müsse bewertet werden.

Auch die Charité habe Verdi bereits ein umfangreiches Angebot vorgelegt und dieses auch immer wieder nachgebessert, hatte ein Sprecher bereits am Dienstag gesagt. Details wurden nicht bekannt. Derzeit stagnierten die Verhandlungen demnach.

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