Dardai fokussiert sich auf Neuzugänge: Nur Bobic soll reden

07.09.2021 Es soll ein zweiter Saisonstart werden für Hertha BSC. Der erste ist mit drei Niederlagen misslungen. Die Irritationen zwischen Trainer und Manager sollen kein Thema mehr sein. Für Coach Dardai geht es jetzt darum, ganz schnell das Potenzial der Neuzugänge zu nutzen.

Cheftrainer Pal Dardai von Hertha. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bei der schon wieder im Tabellenkeller schmorenden Hertha suchen die Verantwortlichen nach Entspannung. Trainer Pal Dardai will sich vor dem Wiederbeginn der Bundesliga nach der Länderspielpause ganz auf die schnelle Integration der Last-Minute-Neuzugänge konzentrieren. Es gehe jetzt um rasche Eingewöhnung und die taktische Ausrichtung, sagte der Chefcoach von Tabellen-Schlusslicht Hertha BSC am Dienstag. «Jetzt sind die Transfers beendet. Und wir sind zufrieden, dass das jetzt beendet ist», ergänzte Dardai.

«Es war nicht leicht», bemerkte Dardai. Lange sei nicht klar gewesen, wer bleibt, wer geht, wer kommt. «Jetzt ist alles positiv, alle sind froh darüber.» Fröhlich wie in besseren Zeiten aber wirkt der 45-Jährige noch nicht. Über die Verstimmungen zuvor und das anschließende Krisengespräch mit Geschäftsführer Fredi Bobic äußerte sich der Ungar nicht. «Es gibt hier einen Chef. Das ist Fredi Bobic. Er soll reden», bemerkte der Berliner Fußballlehrer.

Manager Bobic hatte nach Dardais «emotionalem Ausbruch» nach der dritten Saison-Niederlage lange und «hart» mit dem Trainer geredet und von einer «unnötigen Baustelle» gesprochen: «Wichtig ist, dass man sich darauf fokussiert, was wichtig ist. Und das sind die Mannschaft und der Trainingsplatz», sagte Bobic: «Die Emotionalität darf nicht Überhand gewinnen. Das war nicht förderlich für Hertha BSC.» Dardai hatte überraschend selbst eine Abschiedsdebatte ausgelöst: «Pal ist ein kleiner Trainer, ein netter Trainer, er hilft aus so lange wie es sein soll.»

Jetzt gab sich Dardai wieder ganz als Trainer-Arbeiter, will bis zum nächsten Spiel am Sonntag bei Aufsteiger VfL Bochum den neuen Kräften Marco Richter (kam aus Augsburg), Myziane Maolida (Nizza) und Ishak Belfodil (Hoffenheim) schnell seine Linie vermitteln: «Das sind sehr gute Spieler, die müssen wir so auf den Platz stellen, damit wir das Maximum rausholen. Dabei will er für den ersten Saisonsieg auch ins «Risiko» gehen und kündigte schon an: «Ishak wird spielen so lange wie möglich.»

Stürmer Stefan Jovetic (31) konnte wegen seiner beim 0:5 bei Bayern München erlittenen Wadenverletzung für Montenegro in den jüngsten Länderspielen nicht eingesetzt werden. «Wir hatten uns geeinigt, er kann zu seinem vertrauten Arzt und zur Nationalmannschaft. Er hat nicht gespielt, jetzt müssen wir uns das anschauen und sehen, wie machen wir das», sagte Dardai.

Noch nicht einsatzfähig für Sonntag sind Krzysztof Piatek (Reha) und Davie Selke (Rippenbruch) sowie die angeschlagenen Marvin Plattenhardt und Marton Dardai. Der 21 Jahre alte Jurgen Ekkelenkamp, der von Ajax Amsterdam kam, soll nach seiner Rückkehr von der niederländischen U21-Auswahl mit nach Bochum reisen, aber nicht von Anfang an spielen.

«Das wäre vielleicht ein bisschen zu mutig», sagte Dardai. Ekkelenkamp sei ein «torgefährlicher» Spieler» und habe die Qualität, den letzten Pass zu spielen: «Er hat sehr viel Potenzial.» Jetzt müsse man den jungen Spieler «so steuern und einbauen, dass er so schnell wie möglich dieses Potenzial zeigen kann».

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