Dirigentin Mallwitz: Mein Mann ist mein stärkster Kritiker

02.09.2021 Die künftige Chefdirigentin am Konzerthaus Berlin, Joana Mallwitz, setzt bei ihrer international gefeierten Arbeit auch auf ihren Mann, den erfolgreichen Tenor Simon Bode. «Wir tauschen uns sehr viel aus und sind auch gegenseitig unsere stärksten Kritiker und besten Freunde», sagte die 34-Jährige der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Die künftige Chefdirigentin am Konzerthaus Berlin, Joana Mallwitz, sitzt im Opernhaus des Staatstheaters Nürnberg. Foto: Daniel Karmann/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Berufliche kreuzen sich die Wege der beiden Künstler selten. «Es ist tatsächlich so, dass wir in der Oper in den letzten 15 Jahren nicht ein einziges Mal zusammengearbeitet haben, weil wir einfach beide immer unabhängige Engagements hatten», sagte Mallwitz. Das wird sich 2022 ändern. «Wenn ich die «Zauberflöte» bei den Festspielen in Salzburg nächstes Jahr als Dirigentin übernehme, sind wir das erste Mal in der Oper zusammen in einer Produktion.»

Das Paar erwartet in Kürze das erste Kind. «Die größte Herausforderung für uns Künstler ist der unregelmäßige Tagesablauf und das viele Reisen. Da wird es sehr viel zu organisieren geben. Gerade wenn beide Partner auch unabhängig voneinander an verschiedenen Orten künstlerisch unterwegs sind», sagte Mallwitz. Gleichzeitig schränkte sie ein: «Man muss aber sagen, dass es sicher in dieser Hinsicht noch stressigere Berufe gibt, ich habe da großen Respekt für alle Eltern, die das hinbekommen, besonders für Alleinerziehende.»

Auch der neue Job wird Veränderung mit sich bringen. «Erstmal sind es noch zwei volle Jahre in Nürnberg, auf die ich mich sehr freue. Aber danach wird unsere kleine Familie sicher nach Berlin ziehen, da dort mein Lebensmittelpunkt und mit dem Konzerthausorchester auch meine Hauptaufgabe sein wird.»

Mallwitz gilt als Ausnahmetalent. Mit 19 Jahren begann sie als Solorepetitorin am Theater Heidelberg, wo sie nach ihrer ersten Spielzeit zur Kapellmeisterin aufstieg. 2014 wechselte sie ans Theater Erfurt - als damals jüngste Generalmusikdirektorin Europas. Vier Jahre später übernahm sie diese Position am Staatstheater Nürnberg. 2019 kürten Kritiker sie zur Dirigentin des Jahres. In zwei Jahren wird sie Chefdirigentin des Konzerthausorchesters Berlin.

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