Union-Manager: «Bei uns passt derzeit alles»

01.09.2021 Fünf Punkte hat Union in der neuen Saison schon geholt. Für Manager Ruhnert ist der Erfolg das Ergebnis einer guten Zusammenarbeit mit dem Trainerteam sowie einer klaren Trennung der Verantwortlichkeiten.

Oliver Ruhnert, Geschäftsführer von Union, während einer Pressekonferenz in der Alten Försterei. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Augen von Manager Oliver Ruhnert vom Fußball-Bundesligisten Union Berlin sehen müde aus, auch die Brille streift sich der 49-Jährige häufig ab und setzt sie wieder auf. «Ich habe das Ende der Transferperiode als sehr ungewöhnlich erlebt. Es war sehr stressig», sagte der Manager in einer digitalen Medienrunde am Mittwoch. Obwohl die Köpenicker sehr frühzeitig den Großteil von Zu- und Abgängen abgearbeitet hatten, blieben die Verantwortlichen in Vorausschau auf mögliche Entwicklungen bis zum letzten Tag des Sommertransfer-Fensters am Dienstag unter Strom.

Das Ergebnis aber erfreut den Funktionär. Zwar habe der Verein mit 14 externen Zugängen und 15 Abgängen eine hohe Fluktuation verzeichnet, doch sollen diese Veränderungen dazu führen, einen entsprechenden Prozess einzuleiten. «Wir haben die Mannschaft versammelt, um darüber zu sprechen», sagte Ruhnert, der alle Verpflichtungen als «Wunschlösungen» bezeichnete.

Wunschlösungen, die Union auf eine höhere Stufe stellen und die Union-Trainer Urs Fischer nun zu einer Mannschaft zusammenfügen soll. «Es ist sehr selten der Fall, dass Urs Fischer zu mir kommt und sagt, den müssen wir holen», sagte Ruhnert. Er tauscht sich vor möglichen Verpflichtungen mit dem Trainerteam aus, die Entscheidung proklamiert er aber für sich: «Wir haben eine klare Trennung im Scouting mit der sportlichen Führung. Der Trainer mischt sich nicht in meine Aufgabenbereich ein, ich mich nicht in seinen. Wir glauben, dass wir einen Kader zusammengestellt haben, der die Bundesliga halten kann und den Menschen Spaß machen kann. Alles andere ist die Sache des Trainers.»

Ruhnert setzt dabei auf «Nachhaltigkeit». Die Spieler müssen sich in das System integrieren lassen und bezahlbar bleiben. «Wir müssen im Rahmen unserer Möglichkeiten Entscheidungen treffen. Die versteht manchmal nicht jeder, aber wir sind damit erfolgreich», sagt Ruhnert. Stolz ist der Manager auch darauf, mittlerweile Spieler zu bekommen, die auch «für andere Bundesliga-Vereine interessant» waren. Das Erreichen der Conference League hebt auch das Image des Vereins innerhalb der nationalen höchsten Liga. «Bei uns passt derzeit alles», sagt der Manager.

Bei den Vertragsabschlüssen bleibt Ruhnert aber vorsichtig. Es werde unter seiner Führung keinen Spieler geben, dessen Vertrag nicht auch für die 2. Bundesliga gelte. «Wir wissen wo wir herkommen und wissen, was passieren kann», verwies der Manager auf «prominente Beispiele» wie seinen alten Club Schalke 04, der mit Werder Bremen oder dem Hamburger SV in der 2. Liga spielt.

Dagegen hat Union eine Klasse höher nach drei Spieltagen fünf Punkte nach den Unentschieden gegen Hoffenheim und Leverkusen sowie dem Sieg über Borussia Mönchengladbach auf dem Konto, wobei es laut Ruhnert auch hätte anders laufen können: «Wir alle sollten sehr, sehr zufrieden sein und uns glücklich schätzen über die Situation, die andere so gerne hätten.»

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