Hammerlos: Union in Conference League gegen namhafte Gegner

27.08.2021 Der 1. FC Union Berlin hat für die Gruppenphase der Conference League attraktive Lose gezogen. Feyenoord Rotterdam, Slavia Prag und Maccabi Haifa heißen die Konkurrenten des Fußball-Bundesligisten im neuen Europacup. Manager Ruhnert hofft auf viele eiserne Glückstage.

Geschäftsführer Oliver Ruhnert. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/ZB/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Das sieht so richtig nach Europapokal aus. Doch Union Berlins Geschäftsführer Oliver Ruhnert wurde beim Blick auf die Gruppengegner in der Conference League auch ein bisschen mulmig. «Wenn uns ein guter Tag gelingt, ist alles möglich. Aber es müssen uns einige gute Tage gelingen, um die Gruppe zu überstehen», sagte Ruhnert am Freitag nach dem eisernen Hammerlos in Istanbul.

Der niederländische Traditionsclub Feyenoord Rotterdam, der tschechische Spitzenclub Slavia Prag und das israelische Team von Maccabi Haifa als schwerster möglicher Kontrahent aus Topf 4 - viel dicker hätte es für Union Berlin kaum kommen können.

Zwar gibt es für die Köpenicker erstmal in dem von vielen als unattraktiv bezeichneten Wettbewerb keine Duelle mit AS Rom und seinem Startrainer José Mourinho oder Tottenham Hotspur um Superstürmer Harry Kane, aber die Gruppe F hat es in sich. Alle Gegner sind Union in internationaler Erfahrung deutlich voraus.

«Das ist die sportlich schwierigste Gruppe, das kann man, wenn man die Auslosung gesehen hat, sagen», meinte Ruhnert. Und doch dürfte der Manager auch froh sein. Denn: Zumindest Prag und Rotterdam sind verhältnismäßig leicht von Berlin aus zu erreichen. Tausende Anhänger werden - sofern es die Corona-Lage erlaubt - durch Europa reisen. Dem Team von Trainer Urs Fischer bleiben zudem strapaziöse Trips nach Kasachstan, Armenien oder Aserbaidschan erspart.

«Das wird ganz sicher seine Auswirkungen haben, wir werden in Situationen kommen, die wir so nicht gewöhnt sind», sprach Fischer vor dem Los über die Dreifachbelastung mit Liga, Pokal und Europacup. «Es wird nicht einfach, es sind sechs englische Wochen, das ist eine Aufgabe», meinte Fischer. Schon am Sonntag muss man gegen Borussia Mönchengladbach in den Liga-Modus finden, um die Serie von sieben Pflichtspielen ohne Niederlage in drei Wettbewerben fortzuschreiben.

Seine drei Heimspiele wird Union wie das Playoff gegen Kuopio PS (0:0) sehr wahrscheinlich im Olympiastadion austragen müssen, da das Stadion An der Alten Försterei nicht die von der UEFA für die Gruppenphase geforderten 8000 Sitzplätze bietet. Die Atmosphäre vor 22 159 Fans, mehr als im eigenen Stadion Platz finden, am Donnerstag gegen die Finnen, hatte bei Fischer für einen «Gänsehaut-Moment» gesorgt. Gerade das Duell gegen Rotterdam dürfte elektrisieren.

Die Gruppenphase beginnt am 16. September und endet am 9. Dezember. Die genauen Spielansetzungen hatte die UEFA bis spätestens Samstagvormittag angekündigt. Die Gruppensieger ziehen direkt ins Achtelfinale ein, die Gruppenzweiten spielen in einer ersten K.o.-Runde gegen die Drittplatzierten der Europa League um acht weitere Achtelfinaltickets. Der Premierensieger der Conference League wird am 25. Mai in der albanischen Hauptstadt Tirana gekürt und ist automatisch für die Europa League qualifiziert.

«Wir freuen uns unheimlich, es ist etwas Außergewöhnliches, was wir geleistet haben als Team», beschrieb Trainer Fischer die Stimmung bei den Eisernen. Kapitän Christopher Trimmel versuchte sich an einer historischen Einordnung. Unions Fußball-Story sei etwas «Außergewöhnliches für die Geschichtsbücher».

In die K.o.-Phase einzuziehen, müsse nun das Ziel sein, meinte der Österreicher noch vor der Auslosung. «Wir sind nicht in die Gruppenphase gekommen, um jetzt da schön herumzureisen», sagte der Rechtsverteidiger. Angesichts der durchaus starken Konkurrenten ist dies nun eine ambitionierte Aufgabe.

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