Landesregierung sorgt sich um Gesundheit der Bürger

27.08.2021 Mehr gesundes Essen und mehr Bewegung: Die Brandenburger Landesregierung soll eine Strategie für gesunde Ernährung entwickeln. Dem Antrag der Regierungsfraktionen von SPD, CDU und Bündnis 90/Grüne stimmte der Landtag am Freitag mehrheitlich zu. «Wir wollen aber nicht mit erhobenem Zeigefinger auf ungesundes Essen zeigen», sagte Björn Lüttmann, verbraucherpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, in der Begründung des Antrages. «Wir wollen nicht Wissen zusammentragen, sondern Handlungsmöglichkeiten aufzeigen», sagte er.

Tafeltrauben und ein Glas Traubensaft stehen auf einem Tisch. Foto: Christin Klose/dpa-tmn/Illustration © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Wegen ungesunden Essverhaltens und Bewegungsmangels nehmen nach den Angaben gesundheitliche Risiken und Krankheiten wie Übergewicht und Diabetes immer mehr zu, hieß es zur Begründung im Antrag.

Die Oppositionsfraktionen kritisierten das Vorhaben als Absichtserklärung. Sie bezweifle den Nutzen, sagte Ilona Nicklisch (BVB/Freie Wähler). Zur Förderung der gesunden Ernährung in Kitas und Schulen wäre es wichtiger, Zuschüsse an Caterer zu zahlen. Die könnten dann auch gesündere Produkte anbieten. Auch sollte die kostenlose Versorgung mit Milch und Obst an Schulen eingeführt werden, forderte Nicklisch. Auch die Linken-Politikerin Marlen Block betonte, ohne zusätzliche finanzielle Ressourcen sei das Vorhaben nicht durchsetzbar.

Die Aufgabe sein ein gesamtgesellschaftliches Anliegen, sagte Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne). Unter der Regie ihres Hauses soll die Strategie erarbeitet werden. Alle Ressorts der Landesregierung seien einbezogen. Die Ministerin kündigte an, im ersten Quartal kommenden Jahres über erste Ergebnisse im Landtag zu informieren.

Mit der Ernährungsstrategie sollen nun die Rahmenbedingungen für Produktion, Handel und Konsum im Interesse einer gesunden Ernährung geschaffen werden. Erhöht werden soll unter anderem der Selbstversorgungsgrad mit regionalen Produkten. Auch Belange des Tierschutzes oder die Versorgung in Gemeinschaftseinrichtungen stehen im Blick. Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen sollen einbezogen werden.

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