Gesundheitsministerin rechnet nicht mehr mit Corona-Lockdown

26.08.2021 Ab Samstag gelten in Brandenburg neue Corona-Regeln, die Testpflicht wird dann und noch einmal ab 13. September verschärft. Gesundheitsministerin Nonnemacher hat im Landtag erklärt, ob sie noch einmal eine erneute Schließung von Lokalen oder Hotels erwartet.

Ursula Nonnemacher (Bündnis 90/Die Grünen), Gesundheitsministerin von Brandenburg. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Ein Corona-Lockdown für alle ist nach Ansicht von Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) vom Tisch. «Es besteht Einigkeit, dass ein klassischer Lockdown so wie bisher nicht mehr zu vertreten ist», sagte Nonnemacher am Donnerstag im Gesundheitsausschuss des Landtags in Potsdam. Für geeimpfte Menschen sei eine solche Einschränkung nicht mehr zu rechtfertigen. Im vergangenen Jahr und auch in diesem Jahr sorgte ein Lockdown wochenlang für die Schließung vieler Läden, Lokale und Hotels.

Die Gesundheitsminister der Länder könnten nach Angaben der Ministerin demnächst über einen Vorschlag der Amtschefs der obersten Gesundheitsbehörden zur Bekämpfung der Corona-Pandemie beraten. Sie hätten einen Mix aus der Inzidenz neuer Erkrankungen, der Hospitalisierungsrate - Krankenhauseinweisungen pro 100 000 Einwohner - und der Auslastung der Intensivbetten vorgeschlagen.

Die Mehrheit der Abgeordneten billigte die neuen Corona-Regeln. Ab Samstag (28.8.) gilt die Testpflicht für Kinder ab 6 Jahren statt ab 12 Jahren. Ausgenommen sind alle Schülerinnen und Schüler, die sich regelmäßig mindestens zweimal pro Woche testen lassen. Ab 13. September müssen sich Brandenburgerinnen und Brandenburger testen lassen, wenn die Besucherzahl bei über 500 liegt und nicht erst bei über 750, falls man nicht geimpft oder genesen ist.

Der bisherige Wert von 50 bei der Sieben-Tage-Inzidenz, der noch im Infektionsschutzgesetz als Schwelle für schärfere Maßnahmen genannt ist, soll nach Plänen der Bundesregierung gestrichen werden. Künftig soll die Zahl der Krankenhausaufnahmen entscheidend sein. Welche Schwellen hierfür gelten sollen, ist aber noch offen.

Noch gilt die Sieben-Tage-Inzidenz als wichtiger Wert für die Beurteilung der Lage. Die Zahl der Ansteckungen innerhalb einer Woche je 100.000 Einwohner nahm in Brandenburg laut Robert Koch-Institut auf 24,7 zu. Mit 172 neuen Corona-Fällen wurden innerhalb eines Tages so viele registriert wie seit dem 28. Mai nicht mehr.

Die Landkreise Havelland, Teltow-Fläming und Cottbus lagen am Donnerstag über einer Sieben-Tage-Inzidenz von 35, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. In Kreisen und kreisfreien Städten mit einem Wert über 35 ist die Besucherzahl für Volksfeste und Jahrmärkte auf 5000 begrenzt.

Insgesamt haben neun Kreise und drei Städte eine Sieben-Tage-Inzidenz von über 20. Wenn der Wert neuer Corona-Infektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche fünf Tage in Folge darüber liegt, ist der Besuch von Gaststätten drinnen, Hotels und Reisebus-Reisen nur möglich, wenn jemand geimpft, genesen oder getestet ist.

Derzeit werden laut Gesundheitsministerium 27 Menschen wegen einer Covid-19-Erkrankung im Krankenhaus behandelt, fünf von ihnen auf der Intensivstation. 58,7 Prozent der Bevölkerung im Land haben mit Stand Mittwoch eine Erstimpfung erhalten, 54,6 Prozent sind vollständig geimpft.

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