Matheus Cunha bringt Hertha Rekordablöse

25.08.2021 Bruno Labbadia raubte er die Nerven. Und auch Pal Dardai arbeitete sich an Matheus Cunhas Launen ab. Jetzt wird der brasilianische Offensivdribbler von Hertha BSC zu Atlético Madrid transferiert. Die Berliner kassieren eine Rekordsumme, aber sportliche Fragen bleiben.

Berlins Trainer Pal Dardai. Foto: David Inderlied/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Rekordtransfer ist fix und alle Querelen sind vergessen. Nach dem Abschied von Hertha BSC gab es für Matheus Cunha noch ein paar freundliche Worte mit auf den Weg zu Atlético Madrid. «Im Fußball ergeben sich oft kurzfristig neue Möglichkeiten für Spieler und Clubs. Wichtig ist dabei, dass ein solcher Transfer dann für alle Beteiligten Sinn ergibt und man sich im Guten voneinander verabschiedet», sagte Herthas Geschäftsführer Fredi Bobic am Mittwoch zum Verkauf des streitbaren Offensivspielers zum spanischen Meister.

Matheus Cunha unterschrieb bei Atlético einen Fünfjahresvertrag. Die Berliner kassieren für den Olympiasieger dem Vernehmen nach rund 30 Millionen Euro - eine Rekordablöse für den Fußball-Bundesligisten. Bislang war der Österreicher Valentino Lazaro für gut 22 Millionen Euro beim Wechsel zu Inter Mailand Herthas am höchsten dotierter Spielerverkauf gewesen.

Über einen Abschied des streitbaren Profis war schon lange spekuliert worden. Angeblich gab es auch Interesse aus Russland, Italien und England. Matheus Cunha wollte aber offenbar unbedingt nach Madrid. «In diesem Fall wollte Matheus eine neue Herausforderung und hat diese für sich bei einem Champions-League-Club in Spanien gefunden», sagte Bobic. Matheus Cunha war Anfang 2020 von RB Leipzig für rund 18 Millionen Euro nach Berlin gekommen.

Am Wochenende hatte Trainer Pal Dardai den Offensivspieler gegen den VfL Wolfsburg (1:2) nicht mehr für seinen Kader berücksichtigt, da er zuvor gegen den 1. FC Köln (1:3) erneut wegen taktischer Disziplinlosigkeit aufgefallen war. Defensivarbeit ist nicht das Ding des Olympiasiegers, der in Berlin auch zum Nationalspieler in der Selecao aufstieg.

Bereits Dardais Vorgänger Bruno Labbadia hatte mehrfach über die Probleme mit dem mal genialen, mal schlampigen Profi berichtet und ihn kurz vor Weihnachten 2020 nach einem Lustlos-Spiel in Freiburg (1:4) öffentlich harsch kritisiert. Die positive Seite Cunhas waren aber zehn Tore und 13 Torvorlagen in 40 Pflichtspielen.

«Es war sein Traum, dahin zugehen, wo er jetzt ist, da kannst du nicht viel blockieren», hatte Dardai am Dienstag über den sich anbahnenden Transfer gesagt. Bis zum kommenden Dienstag können die Berliner noch für personellen Ersatz sorgen. «Es kommt noch ein anderer Spieler, denke ich, aber das ist nicht meine Sache. Ich nehme, was man kriegt», sagte Dardai.

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