Kasse: Berliner Krankenstand sinkt weiter, Homeoffice-Effekt

22.08.2021 Ist Homeoffice gesünder? Berliner Beschäftigte fehlten nach einer Analyse der Krankenkasse DAK im ersten Halbjahr 2021 so wenig wie seit Jahren nicht mehr. An jedem Tag ließen sich von Januar bis Juli nach der Kassenstudie durchschnittlich 37 von 1000 ihrer Versicherten in der Hauptstadt krankschreiben. In der Summe seien das 16 Prozent weniger Fehltage als im ersten Halbjahr 2020. Am auffälligsten waren weniger Krankmeldungen wegen Atemwegsproblemen.

Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung liegt auf einem Tisch. Foto: Patrick Pleul/zb/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Rückgang des Krankenstandes betreffe alle Berufsgruppen. Er zeige sich jedoch besonders dort, wo Beschäftigte vermehrt im Homeoffice arbeiten konnten, heißt es in der Analyse auf Datenbasis von mehr als 100 000 DAK-Versicherten in Berlin. Zu dieser Gruppe gehörten zum Beispiel Mitarbeiter aus dem kaufmännischen Bereich, im Marketing, in redaktionellen Medienberufen, in Lehrberufen sowie in Recht und Verwaltung.

Es zeige sich aber auch, dass Berufsgruppen, die in der Pandemie besonders gefordert waren, nun bei Erkrankungen am meisten von psychischen Leiden betroffen seien. Dazu zählten bei den DAK-Versicherten neben allen medizinischen Berufen auch Lehrkräfte und Verkaufspersonal. «Die Pandemie mit allen ihren Begleiterscheinungen hat hier auf psychische Erkrankungen wie ein Verstärker gewirkt», sagt Volker Röttsches, Leiter der DAK-Landesvertretung in Berlin.

Ein Hauptgrund für die positive Entwicklung beim Krankenstand sei im Kern aber der extreme Rückgang der Atemwegserkrankungen um 65 Prozent, berichtet die Kasse. Dieser Effekt wurde bereits 2020 beobachtet und liegt vermutlich an den strengen Abstands- und Hygieneregeln während der Pandemie. Bei Muskel-Skelett-Erkrankungen wie Rückenleiden und psychischen Leiden blieben die Zahlen dagegen nahezu unverändert. Sie gehören weiterhin zu den wichtigsten Ursachen für Krankschreibungen. Eingegangen in die Analyse seien Fehlzeiten aus der Zeit von Januar bis einschließlich Juni 2021, für die eine Krankmeldung an die Kasse geschickt wurde.

© dpa-infocom GmbH

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