Dienstflotte: Behörden setzen auf alternative Antriebe

22.08.2021 Alternative und umweltfreundliche Antriebsarten sollen in Behörden in Brandenburg verstärkt eine Rolle spielen. Elektrofahrräder und -autos gehören vielfach schon zur Dienstfahrzeugflotte.

Eine Fahrradampel im Stadtzentrum Potsdams zeigt grün. Foto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Behörden in Brandenburg wollen bei ihren Dienstfahrzeugen stärker auf den Umweltschutz setzen. So hätten Landesministerien und nachgeordnete Bereiche 37 Fahrräder, darunter zwei E-Bikes, wie Regierungssprecher Florian Engels mitteilte. «Mit den Rädern werden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Gesundheitsvorsorge und Klimaschutz», sagte Engels. Allerdings würden die meisten Dienstkilometer von den Beschäftigten mit dem eigenen Rad erstrampelt. «Anstatt ein Dienstrad zu holen, nimmt man das eigene und legt los», so der Regierungssprecher.

Die Ministerien und nachgeordneten Bereiche haben nach Angaben des Sprechers 19 Elektroautos, 34 mit Hybridantrieb und neun mit sonstigen alternativen Kraftstoffantrieben. Derzeit seien weitere 17 Elektro- und fünf Hybridfahrzeuge geplant, die geleast werden sollen. «Da bis 2030 der CO2-Ausstoß bei null Gramm pro Kilometer liegen soll, wird ab 2022 der gesamte Fahrzeugpool auf Elektrofahrzeuge umgestellt werden müssen», sagte Engels. Dazu werde in Potsdam die Errichtung einer Ladeinfrastruktur forciert. Aktuell gebe es 67 Ladepunkte, 30 weitere seien geplant.

Eine Anfrage der Landtagsfraktion der Linken hatte ergeben, dass mehr als die Hälfte der Autos im Fuhrpark der Brandenburger Landesregierung - also nicht nachgeordneter Bereiche - noch Verbrennungsmotoren hat. Sozialministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) fährt bisher den einzigen Elektro-Dienstwagen im Brandenburger Kabinett.

Neben den Ministerien stellen immer mehr kommunale Behörden auf Elektro- und andere Antriebe um. So hat die Landeshauptstadt Potsdam 15 E-Bikes und 16 E-Autos. «Es ist geplant, weitere ältere Fahrzeuge zum Ende ihres Lebenszyklus durch E-Fahrzeuge ersetzen», sagte Stadtsprecher Markus Klier. Bei Pkw und kleinen Transportern sei das problemlos möglich, während das Marktangebot bei Spezialfahrzeugen wie etwa Nutzfahrzeugen noch nicht gegeben sei. Seit August 2020 können Mitarbeiter im Tarif-Bereich Potsdam AB die öffentlichen Verkehrsmittel kostenfrei nutzen. Außerdem werde die Zahl der Fahrten mit einer optimierten Tourenplanung der Fahrbereitschaft reduziert.

Auch die Stadt Oranienburg (Kreis Oberhavel) versucht, den Schadstoffausstoß zu reduzieren. In ihrem Fuhrpark befinden sich aktuell ein Elektrofahrzeug und elf Gasfahrzeuge. «Aufgrund der hohen Anschaffungskosten für Elektrofahrzeuge und deren geringer Reichweiten haben wir bislang eher auf Gas gesetzt», erklärte Stadtsprecherin Eike-Kristin Fehlauer.

Die Stadt Cottbus hat sich vor allem mit dem städtischen Nahverkehrsbetrieb Cottbusverkehr die Entwicklung und Umstellung öffentlicher Busse auf Wasserstoff auf die Fahnen geschrieben. «Es werden ab 2022 mit der «Clean Vehicle Richtlinie» Wasserstoffbusse angeschafft sowie eine eigene Wasserstofftankstelle gebaut», sagte Stadtsprecherin Mary-Ann Basto. Außerdem sei geplant, das Nahverkehrsnetz der Straßenbahn auszubauen. Die Stadtverwaltung werde auch im Zuge des Wasserstoffmobilitätsausbaus im Nahverkehr die Anschaffung entsprechender eigener Fahrzeuge prüfen.

Die Stadt Potsdam will sich noch in diesem Jahr nach Angaben ihres Sprechers ein E-Lastenrad anschaffen. In Oranienburg sind in diesem Jahr zwei Lastenräder geplant. Eines davon solle den Verwaltungsmitarbeitern und eines den Bürgern zur Verfügung gestellt werden, sagte Fehlauer.

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