Polizei: Mehr Autobrandstiftungen im ersten Halbjahr

20.08.2021 Die Polizei zählt in Berlin erneut mehr Brandstiftungen. Eine weitere Zahl bleibt jedoch gleich - und es gibt auch Ermittlungserfolge.

Ein Auto steht in Flammen. Foto: David Young/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Berliner Polizei hat in den ersten sechs Monaten in diesem Jahr erneut mehr Autobrandstiftungen registriert. Vom 1. Januar bis 30. Juni 2020 wurden bislang mindestens 206 Brandstiftungen an Fahrzeugen, Autos, Lastwagen und Transportern gezählt, von denen 29 politisch motiviert waren, wie die Polizei auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Die Täter blieben nicht immer unentdeckt. Nach Angaben der Polizei konnten 26 Verdächtige zu 44 Strafverfahren ermittelt werden.

Laut Polizei wurden im ersten Halbjahr 2021 insgesamt 31 mehr Brandstiftungen gezählt als im Vorjahr: Im ersten Halbjahr 2020 wurden nach Angaben 175 Brandstiftungen erfasst, im Jahr zuvor waren es 138. Die Zahl der politisch motivierten Brandstiftungen stieg im ersten Halbjahr 2021 im Vergleich zu 2020 laut Polizei nicht. Es wurden 29 politische Straftaten gezählt.

Nach Angaben der Polizei wird bei den 29 Brandstiftungen, bei denen eine politische Motivation angenommen wurde, in 27 Fällen eine linke und in zwei Fällen eine rechte Motivation vermutet. Ziel der politisch motivierten Brandstiftungen waren am häufigsten Fahrzeuge unterschiedlicher Firmen. Bei den nicht politisch motivierten Brandstiftungen traf es überwiegend Autos.

Die meisten nicht politisch motivierten Brandstiftungen ereigneten sich laut Polizei in Neukölln (29 Straftaten), Friedrichshain-Kreuzberg (25) und Pankow (20). Bei den politisch motivierten Brandstiftungen lasse sich keine Aussage treffen, hieß es.

Erst in der vergangenen Woche wurden mehrere Brandanschläge auf Autos eines Immobilienkonzerns verübt. Fünf Autos wurden an verschiedenen Orten in der Stadt angezündet. Insgesamt wurden dabei durch die Flammen mindestens 16 Fahrzeuge zerstört oder beschädigt. Die Anschläge auf die Firmenwagen ereigneten sich in Wedding, Tempelhof, Steglitz sowie Friedrichsfelde und Alt-Hohenschönhausen.

Offenbar handelte es sich um eine geplante Aktion, weil die Brandstifter fast zeitgleich an den weit auseinanderliegenden Orten zuschlugen. Der für Straftaten politischer Extremisten zuständige Staatsschutz der Kriminalpolizei im Landeskriminalamt (LKA) ermittelt.

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