Herthas Kampf um jeden Fan - Viele Fragen um Cunha

19.08.2021 Endlich dürfen wieder Fans ins Berliner Olympiastadion - doch die Ticket-Nachfrage hält sich in Grenzen. Dabei braucht Hertha nach der Ernüchterung von Köln nun gegen Wolfsburg die große Unterstützung. Viele Fragen drehen sich weiter um den Samba-Olympiasieger Cunha.

Pal Dardai, Coach der Berliner Hertha. Foto: David Inderlied/dpa/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bei der Zuschauer-Rückkehr ins Berliner Olympiastadion nach zehn Monaten kämpft Hertha BSC um jeden einzelnen Fan. Für das erste Bundesliga-Heimspiel in Zeiten der Corona-Pandemie mit Zuschauern seit Oktober 2020 hat der Hauptstadtclub bis Donnerstag 15.000 Tickets verkauft, insgesamt sind 25.000 Zuschauer zugelassen. «Wir würden uns sehr freuen, wenn das Stadion voll ist» wie erlaubt, sagte Sportdirektor Arne Friedrich zur Partie am Samstag (15.30 Uhr/Sky) gegen den VfL Wolfsburg. Man müsse aber auch berücksichtigen und verstehen, «dass einige Menschen ein bisschen vorsichtig sind».

Ob der brasilianische Olympiasieger Cunha im ersten Saison-Heimspiel der Hertha in der Startelf steht, ließ Trainer Pal Dardai offen. Der Ungar hatte den 22 Jahre alten Cunha nach dem 1:3 zum Saisonauftakt der Berliner in Köln heftig kritisiert. «Natürlich habe ich mit ihm geredet. Das war nicht nett, sondern ehrlich», berichtete Dardai von der Aufarbeitung. «Gestern hat er nicht trainiert, sich geschont, heute hat er voll mittrainiert. Er ist gesund. Dann werden wir sehen. Ich habe noch einen Tag Zeit, eine Entscheidung zu treffen.»

Dardais Forderungen für Samstag sind deutlich: «Ich hoffe, es wird sich keiner einen Spaziergang leisten. Dann werden wir schon den nächsten Schritt machen.» Am Donnerstag ließ der Chefcoach spaßbetont trainieren, «um die Köpfe frei zu bekommen». Jetzt habe seine Team «eine Champions-League-Mannschaft vor der Nase. Wir müssen alles geben und sehen, wie es funktioniert», ergänzte der 45-Jährige.

Unabhängig von einem Startelf-Einsatz bleibt die Zukunft von Cunha bei Hertha unbestimmt. «Wir haben nichts vorliegen, dass wir eine Entscheidung treffen müssen», sagte Friedrich. Cunha wird seit Wochen mit verschiedenen internationalen Clubs in Verbindung gebracht. Jetzt soll Atletico Madrid wieder verstärkt Interesse zeigen.

«Grundsätzlich gibt es viele Gerüchte. Fakt ist: Cunha ist Spieler von Hertha BSC mit einem langfristigen Vertrag. Am Ende ist es so, dass wir gemeinsam diskutieren, ob wir verhandeln oder nicht», sagte Friedrich auf die Frage nach einem möglichen Angebot für den Hauptstadtclub. Allerdings sagte der Ex-Nationalspieler auch: «Es sind noch eineinhalb Wochen Zeit, da kann sich noch einiges tun.» Manchmal passiere etwas, manchmal nicht, blieb Friedrich vage.

Zuletzt waren vor zehn Monaten bei der 0:2-Heimniederlage gegen den VfB Stuttgart Fans im Olympiastadion dabei. Zutritt gibt es aktuell für vollständig Geimpfte, Genesene und Getestete, die einen digitalen Nachweis vorweisen können. «Die Politik ist dafür verantwortlich, wie viele Zuschauer zugelassen werden», betonte Friedrich.

Dardai erinnerte sich an seine Zeit als Schuljunge: «Wenn die Mädchen geguckt haben, waren wir motivierter.» So sei es auch bei den Profis und den Fans. «Diese Emotionalität brauchst du», sagte der Ungar. In Österreich bei den Testspielen in der Vorbereitung habe sein Team schon wieder eine Hammerstimmung erlebt, «da hast du gedacht, das ist Champions League». Und bei der EM in seinem Heimatland habe es auch nach den Spielen im vollbesetzen Budapester Stadion keine ausufernden Infektionszahlen gegeben. Erst einmal aber wäre Dardai «schon froh, wenn 25.000 kommen» in Berlin.

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