Betrug mit Polizistentrick: Angeklagter legt Geständnis ab

16.08.2021 Weil er an Betrügereien falscher Polizisten beteiligt gewesen sein soll, steht ein 19-Jähriger vor dem Berliner Landgericht. Der Angeklagte legte zu Prozessbeginn am Montag ein Geständnis ab. Er habe in drei Fällen als ein angeblicher «Kommissar von der Notrufzentrale» an Telefongesprächen mit älteren Menschen mitgewirkt, gab der 19-Jährige zu. Er sei durch einen Bekannten im Oktober 2020 während einer Reise in die Türkei in den Betrug verwickelt worden. «Ich sollte bestätigen, dass die Leute von der Polizei angerufen wurden.» 

Eine Statue der Justitia hält eine Waage und ein Schwert in der Hand. Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der 19-Jährige soll als Mitglied einer Bande agiert haben, die bundesweit Senioren mit dem sogenannten Falsche-Polizisten-Trick um ihr Vermögen brachte. Mittäter hätten von einem in der Türkei gelegenen Callcenter aus Senioren angerufen und sich dabei als Polizisten oder Staatsanwälte ausgegeben, heißt es in der Anklage. Opfern sei vorgegaukelt worden, sie müssten ihr Geld und ihre Wertgegenstände an bestimmten Orten ablegen, weil Einbrüche zu erwarten seien. Die «Polizei» werde alles abholen. 

In drei Fällen soll der 19-Jährige an Telefonaten mitgewirkt haben – zur Übergabe von Geld oder Schmuck war es nicht gekommen, weil sich die betroffenen Senioren nicht auf den Schwindel einließen. In einem weiteren Fall soll der junge Berliner einen Komplizen bei der Abholung und dem Weitertransport der Beute im Wert von rund 70 000 Euro aus einer erfolgreichen Tat angeleitet und unterstützt haben. 

Der Angeklagte sagte, die Anrufer hätten sich in einer großen Wohnung befunden. Zwei ältere Männer hätten dort das Sagen gehabt. «Es wurde deutschlandweit angerufen», so der 19-Jährige. Komplizen hätten sich bei älteren Menschen als Polizisten oder Staatsanwälte gemeldet. Während längerer Gespräche habe er die «Notrufzentrale» spielen sollen. «Die gaben mir dafür einen kurzen Text, den ich aufsagen sollte.» 

Seit Anfang Juni befindet sich der Angeklagte in Untersuchungshaft. Der Prozess wegen gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs sowie Amtsanmaßung wird am 23. August fortgesetzt. 

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