Gesundheitsministerin ruft zum Impfen von Kindern ab 12 auf

16.08.2021 Schon lange drängt die Brandenburger Landesregierung auf eine Corona-Impfempfehlung auch für Minderjährige. Nachdem die Ständige Impfkommission dies nun befürwortet, könnte die Maskenpflicht an den Schulen fallen.

Ein Mund-Nasen-Schutz liegt auf dem Tisch einer Schülerin. Foto: Uli Deck/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nachdem sich die Ständige Impfkommission (Stiko) für die Corona-Impfung von Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren ausgesprochen hat, rät Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher zu raschem Handeln. «Wir sehen derzeit, dass die Zahlen der Corona-Neuinfektionen gerade bei den jüngeren Altersgruppen sehr schnell steigen», sagte Nonnemacher am Montag. «Ich empfehle darum allen Kindern, Jugendlichen und ihren Eltern: Wenden Sie sich an die Ärztin oder den Arzt Ihres Vertrauens und nutzen Sie eines der zahlreichen bestehenden Impfangebote.» Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) begrüßte das Votum des Expertengremiums Stiko: «Das gibt allen Beteiligten Sicherheit.»

Der CDU-Fraktionschef im Landtag, Jan Redmann, hält nun Erleichterungen im Schulalltag für möglich. «Bis zum Ende der Herbstferien kann nun jeder Jugendliche vollständigen Impfschutz erlangen», sagte er. «Die Maskenpflicht an Schulen kann dann entfallen. Sie ist eine Belastung des Unterrichts, die vor diesem Hintergrund nicht mehr gerechtfertigt ist.»

Auch SPD-Fraktionschef Erik Stohn empfahl den Eltern, ihre Kinder möglichst rasch impfen zu lassen. Dies sei vielerorts kurzfristig möglich, sagte Stohn. «Ich empfehle die Terminvereinbarung jetzt vorzunehmen, bevor im September die Auffrischungsimpfungen für die ersten Gruppen anstehen.» Menschen, die besonders durch Covid-19 gefährdet sind, sollen in Brandenburg ab September eine Corona-Auffrischungsimpfung erhalten, wenn die letzte Impfung sechs Monate zurückliegt.

Grünen-Fraktionschefin Petra Budke riet ebenfalls zu raschen Impfungen. «So können wir der vierten Welle durch Impfungen möglichst vieler Menschen ab dem 12. Lebensjahr entgegenwirken», sagte sie. «Unser Ziel bleibt, Schulen und Jugendeinrichtungen weiterhin offen zu halten.»

Die AfD sieht einen «Impfzwang durch die Hintertür». «Kinder sind keine Pandemie-Treiber und haben so gut wie nie mit schweren Verläufen bei Covid zu rechnen», sagte AfD-Landesvizechefin Birgit Bessin.

Die oppositionelle Linke-Fraktion forderte die Landesregierung auf, umgehend ein flächendeckendes Impfangebot für Kinder ab 12 Jahren zu aufzustellen. «Das heißt auch, nicht nur an Oberstufenzentren Impfangebote zu machen, sondern auch an allen Oberschulen und Gymnasien», erklärte Linke-Fraktionschef Sebastian Walter. «Der geplante Einsatz von Impfbussen an Schulen muss jetzt während der Unterrichtszeit schnell umgesetzt werden.»

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