Sitzblockade am Brandenburger Tor für mehr Klimaschutz

16.08.2021 Ein großer Platz in Berlin sollte besetzt werden - so die Ankündigung von Kliamschutz-Aktivisten vor der jetzt angelaufenen Protestwoche. Dann geht es jedoch später los als geplant. Schuld ist laut den Demonstranten das «Team Blau».

Umweltschützer protestieren mit einer Sitzblockade vor dem Brandenburger Tor. Foto: Paul Zinken/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Mit Verzögerung und weniger Teilnehmern als erwartet haben Umweltschutzgruppen am Montag im Berliner Regierungsviertel mit ihren angekündigten Protestaktionen begonnen. Am Brandenburger Tor setzten sich am Vormittag mehrere hundert Demonstranten auf den Platz des 18. März, um für mehr Klimaschutz zu demonstrieren. Die Polizei war mit einem großen Aufgebot vertreten, auch ein Wasserwerfer stand bereit. Der Straßenverkehr wurde umgeleitet und der unterirdische S-Bahnverkehr war in dem Bereich unterbrochen.

Die Polizei sprach mit den friedlichen und überwiegend jungen Menschen und wies sie mit Lautsprecherdurchsagen auf die Einhaltung der Coronaregeln - Abstand halten und Maske tragen - hin. Die Demonstranten riefen: «Klimaschutz ist nicht illegal». Auf Transparenten stand: «Co2 reduzieren oder krepieren» und «Klimakrise = Massenmord». Zu sehen waren außerdem Fahnen und Regenschirme als Sonnenschutz. Auf einer Kreuzung am Platz der Republik nahe dem Reichstag blockierten rund ein Dutzend Demonstranten zeitweise einen Teil der Scheidemannstraße.

Die Polizei twitterte am späten Vormittag: «Mehrere Gruppen versuchten soeben gleichzeitig an verschiedenen Orten rund um das Brandenburger Tor den Verkehr zu blockieren. Während die Versuche an mehreren Stellen von unseren Kolleg. verhindert werden konnten, befinden sich derzeit 2 Sitzblockaden in der Ebertstraße.»

Die Initiatoren, darunter die Gruppe Extinction Rebellion, schrieben im Internet: «Wir sind heute morgen mit einem ungewöhnlich hohen Polizeiaufgebot konfrontiert & haben vor Ort "1 zu 1 Betreuung". Stoppen konnten sie uns nicht.» Die Regierung wolle vor der Bundestagswahl «Protest mit Bezug zur Klimakrise scheinbar um jeden Preis verhindern».

Die Umweltschützer wollten am Montag mit Tausenden Menschen einen Platz im Zentrum Berlins besetzen, und dort «Zelte, Küchen und friedliche Barrikaden aufbauen». Geplant ist eine ganze Protestwoche. Angekündigt wurden weitere Blockaden von Straßen, Kreuzungen oder Gebäuden, eine Demonstration und weitere Aktionen.

Bereits am frühen Montagmorgen hatten sich zahlreiche Polizisten an mehreren Stellen rund um das Regierungsviertel postiert. Am Reichstag, am Potsdamer Platz und am benachbarten Umweltministerium standen Mannschaftswagen bereit. Die Umweltschutzgruppen schrieben daraufhin: «Team Blau sorgt ein wenig für Verzögerungen. Also keine Panik, bleibt ruhig und verhaltet euch sehr gern unauffällig.»

Am Haus der Kulturen der Welt nahe der Spree bauten Demonstranten ein kleines Camp auf. Die Polizei twitterte dazu: «Die Teilehmenden am Protestcamp bitten wir, für die Morgentoilette die dortigen Wasseranschlüsse zu nutzen. Baden in der Spree ist wg. der Berufsschifffahrt gefährlich & verboten.»

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