Camping in Brandenburg wird immer beliebter

14.08.2021 Ob mit Wohnmobil oder Zelt - in Brandenburg machen Camper besonders gern Urlaub. Zuletzt sind die Übernachtungs- und Gästezahlen gestiegen, auch weil die Corona-Krise den Inlandstourismus beflügelt.

Ein Schild weist den Weg zum Campingplatz. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Camping in Brandenburg erfreut sich wachsender Beliebtheit. Treibender Faktor ist dabei auch der durch die Corona-Krise verstärkte Inlandstourismus. «Im Corona-Jahr 2020 legte die Campingbranche erneut mit rund 1,53 Millionen Übernachtungen ein starkes Wachstum von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr zu und erzielte damit einen weiteren Rekordwert», sagte die Sprecherin der Tourismus Marketing Gesellschaft Brandenburg (TMB), Birgit Kunkel. Camping sei in Brandenburg eine tragende touristische Säule. Über 90 Prozent der 172 Campingplätze im Land lägen am Wasser, das seien beste Voraussetzungen für einen erholsamen und naturnahen Urlaub.

Wie beliebt die Mark bei Campern ist, lasse sich schon anhand der vielen Wohnmobile auf den Straßen und Parkplätzen erkennen, sagte Jörg Klofski, Vizepräsident des Landesverbands Campingwirtschaft. Bundesweit sei die Zahl zugelassener Wohnmobile zuletzt gestiegen. Insgesamt seien in den ersten sechs Monaten 62 575 Reisemobile und Caravans neu zugelassen worden. «Das sind 14,9 Prozent mehr als in der ersten Jahreshälfte 2020», sagte Klofski.

In Schernsdorf (Landkreis Oder-Spree) betreibt Klofski seit 26 Jahren den Campingplatz am Schervenzsee. Mit 24 Hektar Fläche sowie 450 Plätzen für Dauercamper und 80 Touristen gehört der Platz zu den größten in Brandenburg. «Wir haben uns seit 2006 klar für die Zielgruppe Kinder und Jugendliche entschieden», sagte der Betreiber. Es gebe Angebote wie Naturlehrwanderungen, Angeln oder Übungen mit der Feuerwehr. Der Platz sei dieses Jahr trotz coronabedingt späteren Saisonstarts ab Pfingsten überdurchschnittlich gut ausgebucht.

«Per 31. Juli haben wir mit 12.254 Übernachtungen das Gesamtergebnis 2019 schon erreicht. Und dies ohne Ostern, Himmelfahrt und eingeschränkte Pfingstöffnung», berichtete Klofski. Das Jahr 2021 sei aufgrund der gut verteilten Ferientermine in den Bundesländern günstig. Mit Sorge blickt Klofski aber auf 2022. «Dann haben viele wieder zugleich Ferien, das könnte eng werden», sagte er.

Zu den kleineren Campingplätzen im Land gehört jener am Königsberger See in Ostprignitz-Ruppin. Bis zu 13 Dauercampingplätze und zwölf für Touristen stehen hier bereit. «Wir sind derzeit gut besucht», sagte Betreiberin Lola Dannehl. 2020 hätten neben Skandinaviern selbst auch viele Gäste den Weg zu ihr gefunden, die nicht hatten nach Skandinavien reisen können oder wollen. Aktuell bietet der Platz seinen Gästen einmal im Monat einen Tanzcafé-Nachmittag mit Livemusik.

Ob groß oder klein, die Zahl der Camper auf den Plätzen in Brandenburg steige, sagte Kunkel. Im vergangenen Jahr seien 466.481 Camper gezählt worden, 2019 waren es 447.661. Zwar habe man bis Ende Mai 2021 nur 18.799 Camper zählen können, das sei jedoch lediglich dem verspäteten Saisonstart geschuldet. Auch Jörg Klofski meinte mit Blick auf die laufende Campingsaison: «Da geht noch was.»

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