Gedenken an Mauer-Opfer in Brandenburg

13.08.2021 Mindestens 140 Menschen haben an DDR-Sperranlagen entlang der Mauer ihr Leben verloren. 60 Jahre nach dem Mauerbau wird an mehreren Orten in Brandenburg an sie erinnert. Gleich zwei Kanzlerkandidaten sind dabei.

Armin Laschet spricht bei einer Gedenkveranstaltung an der Glienicker Brücke. Foto: Christoph Soeder/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Kanzlerkandidaten von Union und SPD, Armin Laschet (CDU) und Olaf Scholz, haben in Brandenburg am 60. Jahrestag des Mauerbaus an die Opfer an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze erinnert. «Das muss ein Unrechtsstaat sein, der auf seine Menschen schießt», sagte Laschet am Freitag bei einer Gedenkveranstaltung der Brandenburger CDU an der Glienicker Brücke in Potsdam. Stellvertretend erinnerte er an den 20-jährigen Chris Gueffroy, der im Februar 1989 als letztes Opfer bei einem Fluchtversuch im Todesstreifen erschossen wurde.

Scholz würdigte an einer Erinnerungs-Stele für die ehemalige Westberliner Exklave Steinstücken in Potsdam die Leistung der Ostdeutschen bei der Überwindung der deutschen Teilung. «Das waren die Bürgerinnen und Bürger im Osten Deutschlands, die möglich gemacht haben, dass wir als Land zusammengekommen sind», sagte Scholz. Damit habe auch die Demokratie im Osten Deutschlands eine neue Chance bekommen.

Beim zentralen Gedenken des Landes Brandenburg am Grenzturm Bergfelde in Hohen Neuendorf (Landkreis Oberhavel) standen 140 leere Stühle, symbolisch für die mindestens 140 Menschen, die an DDR-Sperranlagen entlang der Mauer ihr Leben verloren.

«Jede und jeder von ihnen hatte seine eigene Geschichte, seine Motive und Hoffnungen, hatte Fähigkeiten und Perspektiven, die jäh zerstört wurden durch den Tod an der Mauer», sagte Landtagspräsidentin Ulrike Liedtke an dem noch erhaltenen Kontrollturm. «In jedem einzelnen Fall war und ist das eine Tragödie.»

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sagte: «Wir trauern um den Verlust, und wir nehmen die Verantwortung an, die sich aus ihrem Tod ergibt.» Der Tod dieser Menschen habe eine große Lücke im Leben vieler Menschen hinterlassen. «Wir wollen uns so individuell wie möglich an die Opfer der Mauer erinnern, so wie sie es mit all ihren Hoffnungen, Wünschen und Ideen verdient haben.»

In Gedenken lasen Woidke, Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) und andere die Namen derer vor, die durch die Teilung ums Leben kamen. Schüler aus Hohen Neuendorf platzierten die Namensschilder der Opfer auf den leeren Stühlen.

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