Erwerbungsbücher Staatlicher Museen online

12.08.2021 Augen aus Bergkristall eingelegt, das linke fehlt»: Mit wissenschaftlicher Sachlichkeit und Laufnummer 21300 wurde der Zugang der berühmten Büste der Nofretete in den Bestand des Ägyptischen Museums Berlin 1920 notiert. Die mit Bleistift handschriftlich erfolgten Eintragungen wie «Gesicht rosa, Lippen rot, Brauen schwarz» sind nun offen einsehbar. Die Staatlichen Museen zu Berlin haben die Erwerbungsbücher ihrer Sammlungen digitalisiert und für zunächst 7 der 15 Sammlungen online gestellt.

Die Nofretete wird beim Presserundgang in Berlin präsentiert. Foto: Rainer Jensen/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bisher stehen die Erwerbungsbücher von Ägyptischem Museum und Papyrussammlung, Ethnologischem Museum, Gemäldegalerie, Kunstbibliothek, Museum für Islamische Kunst, Museum für Vor- und Frühgeschichte und Münzkabinett bereit. Die historischen Dokumente reichen nach Angaben von Donnerstag von 1650 bis 2010. Seit 2014 werden Neuzugänge digital dokumentiert.

In den Berichten sind etwa Zugangskonditionen, Vorbesitz, Fundumstände oder spätere Verluste dokumentiert. Solche Informationen sind zusammen mit den umfangreicheren Erwerbungsakten wichtige Informationsquellen für die Provenienzforschung. Um zahlreiche Objekte aus den Sammlungen, etwa die als Raubgut geltenden Benin-Bronzen, gibt es eine anhaltende Debatte um mögliche und teils bereits geplante Rückgaben.

«Das Wissen über die kunst- und kulturgeschichtliche Relevanz der von ihnen bewahrten Objekte ist das Grundelixier der Museumsarbeit», sagte Michael Eissenhauer, Generaldirektor der Staatlichen Museen, zu der Veröffentlichung. «Für dieses Wissen bilden die Inventare und Erwerbungsbücher als Gedächtnisträger seit jeher die zentrale Grundlage.»

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